Inhalt
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1. Einleitung
Mit der Betriebsbefragung "BIZA" stellt das IAB in Zusammenarbeit mit dem ZEW (und uzbonn als Befragungsinstitut) über das Forschungsdatenzentrum (FDZ) der Bundesagentur für Arbeit (BA) Daten für wissenschaftliche Auswertungen zum Einsatz von Digitalisierungs- und Automatisierungstechnologien in deutschen Betrieben zur Verfügung. Die Daten basieren auf einer repräsentativen telefonischen Befragung von 2.032 Produktions- und Dienstleistungsbetrieben zwischen März und Mai 2016. Der vorliegende Datenreport beschriebt die Merkmale der schwach anonymisierten Version.
Die Informationen wurden gegenwärtig (2016) sowie teilweise retrospektiv (2011) und prospektiv (2021) abgefragt. Zielperson im Betrieb war primär die technische Leitung.
Die Themenfelder der Befragung waren:
1. Bedeutung digitaler Technologien im Betrieb
2. Digitalisierungs- und Automatisierungsgrad der Arbeitsmittel
3. Personalentwicklung/Arbeitsnachfrage
4. Aus- und Weiterbildung
5. Hintergrundinformationen der Betriebe
Arbeitsmittel lassen sich unterscheiden in Produktionsmittel, welche meist von Produzenten verwendet werden und Büro- und Kommunikationsmittel, welche sowohl von Produzenten als auch von Dienstleistern verwendet werden. Hier variiert der Digitaliserungsgrad der Arbeitsmittel von "manuell gesteuert" bzw. "nicht IT-gestützt" bis zu "selbststeuernd" bzw. "IT-integriert".
In Bezug auf die Personalentwicklung und Arbeitsnachfrage, wurden die Betriebe nach der Entwicklung der Arbeitszeit der Mitarbeiter in den letzten fünf Jahren für verschiedene Tätigkeitsfelder befragt. Sie wurden ebenfalls darum gebeten, die Veränderung der Kompetenzanforderungen einzuschätzen. Auf diesen Frageblöcken aufbauend wurde die Reaktion des Betriebs in Form von Aus- und Weiterbildungsaktivitäten erfragt.
Dieser Datenreport gliedert sich wie folgt: neben der Einleitung erhält Kapitel 1 unter anderem Informationen zum Datenzugang sowie eine Kurzbeschreibung der Daten. Eine Beschreibung des Stichprobendesigns findet sich in Kapitel 2. Kapitel 3 enthält Informationen zur Datenaufbereitung. Die einzelnen Merkmale werden in Kapitel 4 dargestellt.
Datennutzung
Für die Datennutzung ist zunächst ein Antrag beim FDZ einzureichen. Über die Genehmigung entscheidet das FDZ. Nach erfolgreicher Genehmigung wird ein Nutzungsvertrag mit der wissenschaftlichen Einrichtung der Forschenden geschlossen. Details zur Beantragung können der FDZ-Webseite entnommen werden.
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2. Stichprobendesign
Für die Befragung wurde geschichtet nach den Stratifizierungsmerkmalen Region (2 Kategorien), Betriebsgröße (4 Kategorien) und Wirtschaftsbereich (fünf Kategorien) eine Zufallsstichprobe aus allen Betrieben gezogen, die bei der Bundesagentur für Arbeit am 30.06.2014 gemeldet waren (n=2.938.437). Um die Antwortbereitschaft bei anderen IAB-Befragungen nicht zu vermindern, wurden Betriebe ausgeschlossen, die bei der letzten Befragung der IAB-Stellenerhebung gezogen wurden (n=83.312) oder in der letzten IAB-Betriebs-Panel-Befragung teilgenommen hatten (n=15.022).
Die Adressen wurden an das Befragungsinstitut uzbonn übermittelt und dort für die Erhebung vor- und aufbereitet. Durch Recherchearbeit mussten die von der BA gelieferten 11.750 Adressen um eine Telefonnummer angereichert werden. Diese Anreicherung war in 10.445 Fällen, einen prozentualen Anteil von fast 90%, erfolgreich. Aufgrund trotzdem nicht erreichbarer Betriebe sowie Verweigerern war eine weitere Adresslieferung von 616 Betrieben Anfang Mai notwendig.
Nachdem die Befragung durch postalische Anschreiben angekündigt wurde, wurden die Betriebe im Befragungszeitraum April/ Mai 2016 angerufen, um ein ca. 30-minütiges computergestütztes Telefoninterview (CATI-Interview) durchzuführen. Zielperson im Betrieb war dabei primär die technische Leitung; ebenfalls in Frage kamen (stellvertretende) Geschäfts- und Betriebsleitung, Assistenz der Geschäftsführung, Inhaber, Abteilungsleiter Controlling, Abteilungsleiter Produktion oder Prokuristen. Die Erhebung wurde durch 54 Interviewer von uzbonn durchgeführt.
Von 12.366 zufällig ausgewählten Adressen des IABs wurden 9.525 Telefonadressen ermittelt. 6.457 dieser Kontakte wurden telefonisch erreicht, 2.032 Interviews wurden erfolgreich durchgeführt. Hieraus ergibt sich eine Rücklaufquote von 31,5 %. Bei den Betrieben, die kontaktiert wurden, aber mit denen das Interview nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnte (n=4.425), wurden die Gründe für die Nichtteilnahme abgefragt. Die häufigsten Gründe, die angegeben wurden, waren „generell keine Teilnahme an Befragungen“ (n=663), „generell keine Teilnahme an Telefonbefragungen“ (n=755), „keine Zeit“ (n=959) und „kein Interesse am Thema der Studie“ (n=1.005). Einigen Betrieben (n=176) mit dem Verweigerungsgrund "Kein Interesse am Thema der Studie" konnte vor Beendigung des Gesprächs zusätzlich die Frage gestellt werden, ob die Nichtteilnahme daran läge, dass Automatisierungs- und Digitalisierungstechnologien im Betrieb keine Rolle spielen. Dies verneinten 81%. Eine potenzielle Verzerrung hinsichtlich der Nutzung dieser Technologien sollte somit gering sein.
Wie oben erwähnt wurde die Erhebung nach den Stratifizierungsmerkmalen Region (Ost-/Westdeutschland), Betriebsgröße (0-9, 10-49, 50-200, 200 und mehr Beschäftigte) und Wirtschaftsbereich geschichtet gezogen. Bei den fünf Wirtschaftsbereichen wurde unterschieden zwischen nicht-wissensintensiven Produzenten (z. B. Möbelhersteller, Baubetriebe), wissensintensiven Produzenten (z. B. Fahrzeughersteller, Maschinenbauer), nicht-wissensintensiven Dienstleistern (z. B. Großhändler, Gastronomiebetriebe), wissensintensiven Dienstleistern (z. B. wissenschaftliche und ingenieurtechnischer Dienstleistungsbetriebe, Versicherungen und Banken) und IKT-Betrieben (z. B. Betriebe, die entweder Datenverarbeitungsgeräte, Geräte der Unterhaltungselektronik oder Telekommunikationstechnik herstellen oder Dienstleistungen in der Informationstechnologie, Telekommunikation oder Datenverarbeitung anbieten. Dafür wurden die Wirtschaftssektoren (3-Steller) der deutschen Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008 (WZ 2008) folgendermaßen aggregiert: Nicht-wissensintensive Produktion mit den Codes 11-99, 101-182, 221-259 und 310- 439; Wissensintensive Produktion mit den Codes 191-212, 265-267 und 271-309; Nicht wissensintensive Dienstleistungen mit den Codes 451-464, 466-563, 681-683, 771-856, 871-889, 920-949 und 952-990; Wissensintensive Dienstleistung mit den Codes 581, 591-602, 639-663, 691-750, 861-869 und 900-910; IKT-Sektor mit den Codes 261-264, 268, 465, 582, 611-631, 951.
Somit ergaben sich 40 Schichtungszellen. Ziel der Befragung war es, mindestens 50 Interviews pro Zelle zu realisieren. Bis auf eine Ausnahme (im ostdeutschen IKT-Sektor wurden die Zellen "50-200 Beschäftigten" und "200 und mehr Beschäftigten" aggregiert) wurde das Ziel erreicht. Da die Stratifizierung Einfluss auf die Ziehungswahrscheinlichkeit hatte, stellen wir ein Firmenschichtungsgewicht zur Verfügung. Dies ist berechnet als inverse Wahrscheinlichkeit, in einer bestimmten Schichtungszelle der Erhebungsstichprobe zu sein.
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3. Datenaufbereitung
Unterschiede zwischen Fragebogen und Datensatz
Aus Datenschutzgründen wurden die Auskünfte zu Frage 26 (Wie hoch war Ihr Umsatz in etwa im vergangenen Jahr?) vergröbert. Dazu wurde aus den Angaben der Betriebe eine kumulative Verteilung gebildet und dann anhand der Perzentile aufsteigend in 20 Kategorien eingeteilt. Als Sonderfall wurde zusätzlich eine Kategorie 0 gebildet, welche die Null-Umsätze enthält. Demzufolge enthält Kategorie 1 (Umsätze über 0) weniger Beobachtungen als die Kategorien 2 bis 20. Als Zusatzinformationen werden der Mittelwert sowie der Umsatz an der Untergrenze der jeweiligen Kategorie ausgewiesen. Die Variable F26 wurde daraufhin gelöscht. Entsprechend wurde mit den Auskünften zum Gewinn des Betriebs (Variable F34) verfahren.
Verwendung deutscher und englischer Labels
Die BIZA-Daten werden sowohl mit deutschen als auch mit englichen Labels bereitgestellt. Folgende Stata-Befehle erlauben das Umstellen der Label Sprache:
* Label Sprache auf Englisch stellen
label language en* Label Sprache auf Deutsch stellen
label language de