Inhalt
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1. Einleitung und Kurzbeschreibung
Einleitung
Die Stichprobe der Integrierten Arbeitsmarktbiografien (SIAB) ist eine 2%-Stichprobe aus der Grundgesamtheit der Integrierten Erwerbsbiografien (IEB) des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die IEB enthalten Daten zu allen Personen, die im Beobachtungszeitraum mindestens einmal einen der folgenden Zustände aufweisen:
- sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Deutschland (erfasst ab 1975),
- geringfügige Beschäftigung in Deutschland (erfasst ab 1999),
- Bezug von Leistungen nach dem Rechtskreis SGB III (erfasst ab 1975) oder SGB II (erfasst ab 2005),
- bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) bzw. den Grundsicherungsträgern als arbeitsuchend gemeldet (erfasst ab 1997),
- Teilnahme an arbeitsmarktpolitischer Maßnahme (erfasst ab 2000).
Diese aus unterschiedlichen Datenquellen stammenden Informationen werden in den IEB zusammengeführt und tagesgenau abgebildet.
Während die Beschäftigtenhistorik (BeH) Ursprung der Informationen zu sozialversicherungspflichtiger und geringfügiger Beschäftigung ist, wird der Bezug von Leistungen nach den Rechtskreisen des SGB III und des SGB II in der Leistungsempfängerhistorik (LeH) bzw. in der Leistungshistorik Grundsicherung (LHG) erfasst. Die Arbeitsuchendenhistoriken (ASU und XASU) stellen die Datenquelle für die durch die BA bzw. die durch die kommunalen Grundsicherungsträger erfassten Zeiten der Arbeitsuche dar, während die Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den Maßnahmeteilnahmehistoriken (MTH und XMTH) erfasst wird.
Die SIAB wird im Forschungsdatenzentrum der Bundesagentur für Arbeit im IAB produziert. Der Datensatz umfasst die Erwerbsverläufe von 2.060.628 Individuen, deren Erwerbsbiografien in insgesamt 82.389.923 Datenzeilen dokumentiert sind. Der vorliegende Datenreport beschreibt die Merkmale der schwach anonymisierten Version der SIAB, welche weitgehend die Originaldaten, d.h. nicht vergröberte Daten, beinhaltet. Einige Merkmale sind allerdings als besonders sensibel eingestuft und werden nur auf gesonderten Antrag (siehe Abschnitt 1.2) weitergegeben.
Dieser Datenreport gliedert sich wie folgt: Neben der Einleitung enthält Kapitel 1 unter anderem Informationen zum Datenzugang sowie eine Kurzbeschreibung der Daten, das Mengengerüst und eine Merkmalsliste. Eine Beschreibung der einzelnen Datenquellen findet sich in Kapitel 2. Die Datenaufbereitung sowie die Datenqualität werden in den Kapiteln 3 und 4 diskutiert, während die einzelnen Merkmale in Kapitel 5 dargestellt werden.
Datennutzung
Datenzugang
Die SIAB-Daten in der schwach anonymisierten Version können ausschließlich im Rahmen von Gastaufenthalten am FDZ und anschließender Datenfernverarbeitung ausgewertet werden.
Für die Datennutzung ist zunächst ein Antrag beim FDZ einzureichen. Über die Genehmigung des Forschungsprojekts entscheidet das FDZ im Auftrag und ggf. unter Abstimmung mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Nach erfolgter Genehmigung wird ein Nutzungsvertrag mit der wissenschaftlichen Einrichtung der Forschenden geschlossen. Details zur Beantragung des Datensatzes und Datenverarbeitungsmöglichkeiten können der FDZ-Website (https://fdz.iab.de/) entnommen werden.
Datenhaltung
Die SIAB-Daten, die sowohl deutsche als auch englische Labels enthalten,[1] sind modular gegliedert und in mehreren Dateien abgelegt. Ein Modul, das im weiteren Verlauf Personendatei genannt wird, enthält Identifikatoren (systemfreie Personen- und Betriebsnummer), persönliche Merkmale, Informationen zu Beschäftigung, Leistungsbezug, Arbeitsuche und Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, Merkmale zum Wohnort sowie technische Merkmale. Ein zweites Modul, die Basisbetriebsdatei, enthält die Betriebsnummer, das Jahr und Merkmale zu Arbeitsort und Wirtschaftszweigen sowie weitere Betriebsinformationen zum Stichtag 30. Juni. Für Ostdeutschland liegen die Betriebsdaten erst ab 1992 vor.
Somit sind Betriebs- und Personenmerkmale organisatorisch voneinander getrennt, was die Struktur der Daten deutlich macht und Speicherplatz spart (vgl. Abbildung 1). Die Verknüpfung von Basisbetriebs- und Personendatei erfolgt über die Betriebsnummer und das Jahr des Datensatzes. Zu beachten ist, dass das für die Verknüpfung beider Module notwendige Merkmal „Betriebsnummer“ sowohl in der Personen- als auch in der Betriebsdatei vorhanden ist. Alle Dateinamen in der SIAB 7523 sind ebenfalls Abbildung 1 zu entnehmen.
Abbildung 1: Datenhaltung der SIAB-Daten
Sensible Merkmale und Zusatzvariablen
Bestimmte, sogenannte sensible Merkmale, die eine Deanonymisierung von Personen oder Betrieben erleichtern könnten, werden nur dann im Original weitergegeben, wenn es für das Analyseziel notwendig ist und dies im Antrag auf den Datenzugang explizit begründet wird. Es ist zudem zu beachten, dass die sensiblen Merkmale in der Regel in vergröberter Version bereits in den Daten enthalten sind. Die sensiblen Merkmale werden nur dann detailliert weitergegeben, wenn die Information im vergröberten Zustand zur Erreichung des Forschungsziels nicht ausreichend ist. Bei der Bereitstellung eines Datensatzes mit sensiblen Merkmalen werden die entsprechenden nicht-sensiblen Merkmale gelöscht, wenn diese von den Nutzenden selbst wieder generiert werden können, z. B. Bundesland aus Kreisinformationen.
Diese aus datenschutzrechtlicher Sicht besonders sensiblen Merkmale sind:
Personendatei:
- Staatsangehörigkeit (nation)
- Geburtsmonat (gebmon)
- Berufsuntergruppe (beruf2010_4)
- Maßnahmeart – Gruppe (mass)
- Wohnort - Arbeitsagentur (wo_aa)
- Wohnort - Kreis (wo_kreis)
Basisbetriebsdatei (einzelne Merkmale):
- Arbeitsort - Kreis (ao_kreis)
- Wirtschaftszweig - Wirtschaftsunterklasse (w93_5)
- Wirtschaftszweig - Wirtschaftsunterklasse (w03_5)
- Wirtschaftszweig - Wirtschaftsunterklasse (w08_5)
Auf begründeten Antrag können aus dem Betriebs-Historik-Panel (BHP) weitere Betriebsmerkmale in Variablenblöcken bereitgestellt werden (vgl. Abbildung 1). Zudem können die Erweiterungsmodule Beschäftigungsströme (Eintritte/Austritte) und Betriebsdynamik (Gründungen/Schließungen) mit gesonderter Begründung beantragt werden.
Diese Zusatzblöcke bzw. -module sind:
BHP-Variablenblöcke in „Jahresscheiben“:
- Struktur der Beschäftigten allgemein (az_ges az_f az_reg az_gf az_azubi az_atz az_vz az_tz az_f_vz az_f_tz az_reg_vz)
- Struktur der Beschäftigten nach Schul- und Berufsbildung (az_gq az_mq az_hq az_gq_vz az_mq_vz az_hq_vz)
- Altersstruktur der Beschäftigten (az_15_19 az_15_19_vz az_20_24 az_20_24_vz az_25_29 az_25_29_vz az_30_34 az_30_34_vz az_35_39 az_35_39_vz az_40_44 az_40_44_vz az_45_49 az_45_49_vz az_50_54 az_50_54_vz az_55_59 az_55_59_vz az_60_64 az_60_64_vz az_ab65 az_ab65_vz alter_mw alter_mw_vz)
- Aktivitäten Forschung und Entwicklung (az_ingnat)
- Anzahl atypisch Beschäftigter (az_leih az_bfr)
- Struktur der Beschäftigten nach Staatsangehörigkeit (az_d az_d_vz az_eu)
- Struktur der Beschäftigten nach Blossfeld Berufsqualifikation (az_bf_agr az_bf_emb az_bf_edi az_bf_evb az_bf_qmb az_bf_qdi az_bf_qvb az_bf_tec az_bf_semi az_bf_ing az_bf_prof az_bf_man)
- Struktur der Beschäftigten nach Tätigkeitsniveau (az_niv1 az_niv2 az_niv3 az_niv4)
- Gehaltsstruktur der Vollzeitbeschäftigten (az_zens te_imp_mw te_imp_med te_imp_p25 te_imp_p75 te_imp_mw_f te_imp_med_f te_imp_med_m te_imp_mw_gq te_imp_med_gq te_imp_mw_mq te_imp_med_mq te_imp_mw_hq te_imp_med_hq te_imp_med_uq te_imp_mw_d te_imp_med_d te_imp_med_a te_imp_sum)
BHP-Erweiterungsmodule:
- Beschäftigtenströme (ein_ges ein_f ein_reg ein_gf ein_azubi ein_vz ein_tz ein_vz_f ein_tz_f ein_reg_vz ein_wdr ein_wdr_f ein_bw ein_bw_f ein_bf_agr ein_bf_emb ein_bg_edi ein_bf_evb ein_bf_qmb az_bf_qdi ein_bf_qvb ein_bf_tec ein_bf_semi ein_bf_ing ein_bf_prof ein_bf_man ein_15_19 ein_20_24 ein_25_29 ein_30_34 ein_35_39 ein_40_44 ein_45_49 ein_50_54 ein_55_59 ein_60_64 ein_ab65 aus_ges aus_f aus_reg aus_gf aus_azubi aus_vz aus_tz aus_vz_f aus_tz_f aus_reg_vz aus_temp aus_bw aus_bw_f aus_bf_agr aus_bf_emb aus_bf_edi aus_bf_evb aus_bf_qmb aus_bf_qdi aus_bf_qvb aus_bf_tec aus_bf_semi aus_bf_ing aus_bf_prof aus_bf_man aus_15_19 aus_20_24 aus_25_29 aus_30_34 aus_35_39 aus_40_44 aus_45_49 aus_50_54 aus_55_59 aus_60_64 aus_ab65 aus_senio_1 aus_senio_2 aus_senio_3)
- Betriebsdynamik (eintritt besch besch_vor status_vor inflow austritt besch besch_nach status_nach outflow)
Nähere Informationen zum BHP finden sich unter https://fdz.iab.de/betriebsdaten/betriebs-historik-panel-bhp-version-7523-v1/ und im FDZ-Datenreport 09/2024 (Ganzer et al., 2024).
Zudem werden demnächst für die SIAB 7523 personen- und betriebsspezifische Effekte (AKM-Effekte) für die Jahre 1985 bis 2023 zur Verfügung stehen. Weitere Informationen finden Sie im FDZ-Methodenreport 03/2025 (Lochner/Wolter, 2025). Die Add-ons können als Ergänzung zum Projekt formlos per E-Mail an iab.fdz@iab.de beantragt werden.
Veränderungen zur SIAB 7521
Merkmalskanon
In der SIAB 7523 wurden gegenüber der Version SIAB 7521 neue Merkmale zum Tagesentgelt aufgenommen, die bei der Anrechnung von Einmalzahlungen unterstützen und eine Imputation der zensierten Werte rechts der Beitragsbemessungsgrenze anbieten [2]. Die zugrundeliegenden Datenarbeiten werden in Drechsler et al. (2023) beschrieben. Weitere Informationen zu den neuen Merkmalen finden sich unter „Tagesentgelt (inkl. Einmalzahlungen) (tentgelt_bonus)“ und „Tagesentgelt (imputiert) (tentgelt_imp)“.
Des Weiteren ist das sensible Merkmal „Maßnahmeart – Gruppe (mass)“ neu enthalten. Dieses ist fachlich den quellspezifischen Angaben zu MTH/XMTH des Merkmals „Erwerbsstatus (erwstat)“ zugeordnet und bietet detailliertere Informationen zu spezifischen Maßnahmeteilnahmen. Das Merkmal ist nur auf begründeten Antrag hin erhältlich.
Die beiden Merkmale „Erstes Auftreten Betriebsnummer (grd_dat)“ und „Letztes Auftreten Betriebsnummer (lzt_dat)“ werden ab der SIAB 7523 nicht länger angeboten, jahresgenaue Angaben zum ersten und letzten Auftreten eines Betriebes sind aber weiter vorhanden.
Tabelle 1 gibt einen Überblick über die Änderungen im Merkmalskanon über alle Quellen hinweg.
Tabelle 1: Neue, entfallene und veränderte Merkmale in der SIAB 7523
Merkmal Erläuterung Tagesentgelt (inkl. Einmalzahlungen)(tentgelt_bonus)
Neues Merkmal
Tagesentgelt (imputiert) (tentgelt_imp)
Neues Merkmal
Maßnahmeart - Gruppe (mass)
Neues Merkmal, detaillierte Maßnahmeart-Differenzierung des IAB
Erstes Auftreten Betriebsnummer (grd_dat)
Wird nicht länger angeboten; grd_jahr weiter vorhanden
Letztes Auftreten Betriebsnummer (lzt_dat)
Wird nicht länger angeboten; lzt_jahr weiter vorhanden
Datendokumentation
Im vorliegenden Datenreport wurden die Beschreibungen für folgende Merkmale überarbeitet bzw. ergänzt:
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Ausbildung (ausbildung)
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Tagesentgelt/ täglicher Leistungssatz (tentgelt)
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Tagesentgelt (inkl. Einmalzahlungen) (tentgelt_bonus)
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Tagesentgelt (imputiert) (tentgelt_imp)
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Maßnahmeart – Gruppe (mass)
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Restanspruch/geplante Dauer (restanspruch)
Der Abschnitt „1.5 Merkmalsliste“ wurde gelöscht. Als Ersatz dienen die detaillierten Übersichten zu den einzelnen Merkmalen (Label, Auszählungen, fehlende Werte) im Online-Anhang zum Datenreport (siehe Abschnitt 7.1).
Steckbrief
Tabelle 2: Steckbrief
Kategorie Beschreibung
Themen/ Merkmalsgruppen Beschäftigtenhistorik (BeH):
Jahres- und Abmeldungen zur Sozialversicherung für sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigte
Leistungsempfängerhistorik (LeH):
Informationen zu Leistungsbezug nach SGB III für Personen, die Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe und Unterhaltsgeld beziehen
Leistungshistorik Grundsicherung (LHG):
Daten zu Personen, die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach SGB II beziehen (Trägerarten: ARGE/ gemeinsame Einrichtungen, getrennte Trägerschaft/ getrennte Aufgabenwahrnehmung, zugelassene kommunale Träger)
Arbeitsuchendenhistorik (ASU):
Informationen zur Arbeitsuche, die in BA-Verfahren erfasst werden
Arbeitsuchendenhistorik aus XSozial-BA-SGB II (XASU):
Informationen zur Arbeitsuche, die über den Übermittlungsstandard XSozial-BA-SGB II von zugelassenen kommunalen Trägern an die BA gemeldet werden.
Maßnahmeteilnahmehistorik (MTH):
Informationen zu Teilnahmen an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktförderung (keine Maßnahmen der zugelassenen kommunalen Träger im SGB II)
Maßnahmeteilnahmehistorik aus XSozial-BA-SGB II (XMTH):
Informationen zu Teilnahmen an Maßnahmen zur Eingliederung, die über den Übermittlungsstandard XSozial-BA-SGB II von zugelassenen kommunalen Trägern an die BA gemeldet werden.
Untersuchungs-einheit
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (ab 1999 auch geringfügig Beschäftigte), Leistungsempfänger, Arbeitsuchende, Maßnahmeteilnehmer, Beschäftigungsbetriebe Fallzahlen 2.060.628 Personen
58.900.255 Originalsätze
82.389.923 überschneidungsfreie Sätze (nach Episodensplitting)
Zeitraum Der Zeitraum hängt von der Datenquelle ab:
BeH 01.01.1975 - 31.12.2023
(bis 2020: 36-Monats-Datei, 2021 und 2022: 18-Monats-Datei, 2023: 6-Monats-Datei)
LeH 01.01.1975 - 31.12.2023 ASU 01.01.1997 - 31.12.2023 LHG 01.01.2005 - 31.12.2023 XASU 01.01.2005 - 31.12.2023 MTH 01.01.2000 - 31.12.2023 XMTH 01.01.2005 - 31.12.2023 Zeitbezug Tagesgenau Regionale Gliederung Bundesländer, Kreise Gebietsstand Gebietsstandsbereinigt zum 31.12.2023 Erhebungsdesign 2% Zufallsstichprobe Beteiligte Institutionen Sozialversicherungsträger, Bundesagentur für Arbeit, kommunale Träger Frequenz der Datensammlung Laufend Dateiformat/ -größe Stata; Personendatensatz: 6,8 GB; Basisbetriebsdatei: 0,8 GB Dateiorganisation Die Daten werden in zwei Dateien abgelegt. Die eine enthält personenbezogene und die andere betriebsbezogene Informationen. Auf begründeten Antrag werden weitere Dateien mit zusätzlichen Betriebsinformationen bereitgestellt. Datenzugang Remote Desktop, Gastaufenthalt oder Datenfernverarbeitung Anonymisierungs-grad Schwach anonymisiert Sensible Merkmale Geburtsmonat (gebmon), Staatsangehörigkeit (nation), Maßnahmeart – Gruppe (mass), Berufsuntergruppe (beruf2010_4), Wohnort – Kreis (wo_kreis), Wohnort – Arbeitsagentur (wo_aa), Arbeitsort - Kreis (ao_kreis), Wirtschaftsunterklasse (w93_5), Wirtschaftsunterklasse (w03_5), Wirtschaftsunterklasse (w08_5) Zitierung der Daten und Datendokumentation Daten:
Graf, Tobias; Grießemer, Stephan; Köhler, Markus; Lehnert, Claudia; Moczall, Andreas; Oertel, Martina; Schmucker, Alexandra; Schneider, Andreas; vom Berge, Philipp (2025): "Schwach anonymisierte Version der Stichprobe der Integrierten Arbeitsmarktbiografien (SIAB) – Version 7523 v1". Forschungsdatenzentrum der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). DOI: 10.5164/IAB.SIAB7523.de.en.v1
Der Datenzugang erfolgte über Remote Desktop/Gastaufenthalt am Forschungsdatenzentrum der Bundesagentur für Arbeit im Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (FDZ) und mittels kontrollierter Datenfernverarbeitung beim FDZ.
Datendokumentation:
Schmucker, Alexandra; vom Berge, Philipp (2025): Stichprobe der Integrierten Arbeitsmarktbiografien (SIAB) 1975 - 2023. FDZ-Datenreport, 02/2025 (de), Nürnberg.
DOI: 10.5164/IAB.FDZD.2502.de.v1
Datensatzversion Schwach anonymisierte Version der Stichprobe der Integrierten Arbeitsmarktbiografien (SIAB) – Version 7523 v1;
DOI: 10.5164/IAB.SIAB7523.de.en.v1
Mengengerüst
Tabelle 5: Mengengerüst
Fallzahlen vor Episodensplitting nach Episodensplitting BeH 41.336.445 49.258.717 LeH 4.613.175 7.156.862 LHG 2.515.431 7.008.280 ASU 8.180.516 14.801.414 XASU 807.787 1.506.865 MTH 1.307.751 2.347.861 XMTH 139.150 309.924 Sätze insgesamt 58.900.255 82.389.923 Personen 2.060.628 2.060.628
[1] Mit den Stata-Befehlen label language en oder label language de kann auf englisch- bzw. deutschsprachige Labels umgestellt werden.
[2] Das in den Skripten von Stüber et al. (2023) enthaltene Verfahren zur Imputation der Löhne kann nun durch die neu angebotenen Variablen ersetzt werden.
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2. Datenquellen
Die administrativen Personendaten werden aus den Integrierten Erwerbsbiografien (IEB) des IAB gezogen. Diese vereinen Daten aus verschiedenen Datenquellen, die jeweils Informationen aus unterschiedlichen EDV-Verfahren enthalten können. Zusätzlich werden einige ergänzende Merkmale aus diesen Datenquellen in die administrativen Personendaten aufgenommen, die nicht Teil der IEB sind. Abbildung 2 veranschaulicht die Datenflüsse, die zur SIAB führen und stellt deren Beziehung zu anderen Datenprodukten des FDZ dar.
Abbildung 2: Quellen der SIAB
Beschäftigtenhistorik (BeH)
Die Quelle für Informationen über Beschäftigung ist die Beschäftigtenhistorik (BeH) des IAB. Die Grundlage der Daten ist das mit Wirkung vom 01.01.1973 eingeführte (und seit dem 01.01.1991 auf Ostdeutschland ausgedehnte) integrierte Meldeverfahren zur Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung (DEÜV; früher DEVO/DÜVO; vgl. für weitere Details: Bender et al., 1996, S. 4ff.; Wermter/Cramer, 1988). Es verlangt von den Arbeitgebern, mindestens einmal jährlich Meldungen für alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an die zuständigen Sozialversicherungsträger abzugeben. Die BeH erfasst alle Arbeiter*innen und Angestellten sowie alle Auszubildenden, soweit sie nicht von der Sozialversicherungspflicht befreit sind. Dies bedeutet, dass verbeamtete und selbstständige Tätigkeiten sowie Studierende[1] (vgl. Cramer, 1985) grundsätzlich nicht in der BeH erfasst werden. Seit der Änderung des Meldeverfahrens zum 01.01.1999 werden auch geringfügig Beschäftigte und mithelfende Familienangehörige erfasst (enthalten erst ab 01.04.1999). Die Daten werden von den Krankenkassen aufgenommen, von der Bundesagentur für Arbeit gesammelt und aufbereitet und anschließend vom IAB in dessen Historikdatei integriert.
Die Beschäftigungsepisoden in den administrativen Personendaten werden durch Betriebsdaten (Basisbetriebsdaten und BHP-Erweiterungsmodule) ergänzt. Diese werden dem Betriebs-Historik-Panel (BHP) entnommen, das ebenso auf der BeH basiert. Die Basisbetriebsdaten und BHP-Erweiterungsmodule, die mit den SIAB-Daten bereitgestellt werden, umfassen nur Angaben zu Betrieben, für die mindestens eine beschäftigte Person in der SIAB-Stichprobe enthalten ist. Des Weiteren sind die Betriebsdaten auf die Jahre begrenzt, in denen die beschäftigten Personen in der SIAB-Stichprobe vorzufinden sind.
Bei der Verknüpfung von Personen- mit Betriebsdaten muss berücksichtigt werden, dass die Merkmale in der Basisbetriebsdatei sowie den BHP-Erweiterungsmodulen zum 30.06. eines Jahres aggregiert werden. Die Betriebsmerkmale sind deshalb, im Unterschied zu den Personenangaben, keine zeitraumbezogenen Daten, sondern nur am 30.06. jedes Jahres exakt gültig.[2]
Die Verknüpfung der Betriebs- und Personendatei erfolgt über die programmspezifischen Kommandos der zur Datenaufbereitung und -analyse genutzten Softwarepakete. In Stata können die Daten beispielsweise unter Verwendung des „merge“-Befehls und der Jahresangabe sowie der Betriebsnummer in Verbindung mit der entsprechenden Pfadangabe verknüpft werden (siehe Kasten 1).
Kasten 1: Beispielcode zur Verbindung von Personen- und Betriebsdaten in Stata 16
use SIAB_7523_v1.dta
gen int jahr = year(begepi)
sort betnr_siab jahr
merge m:1 betnr_siab jahr using SIAB_7523_v1_bhp_basis_v1.dta
Leistungsempfängerhistorik (LeH)
Die Leistungsempfängerhistorik (LeH) erfasst Zeiträume, in denen Personen Lohnersatzleistungen der Bundesagentur für Arbeit beziehen (Rechtskreis SGB III). Die Leistungen beinhalten Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe, Unterhaltsgeld und von der Bundesagentur für Arbeit übernommene Beiträge zur privaten Kranken- bzw. Pflegeversicherung während des Leistungsbezugs. Darüber hinaus sind auch Informationen über Sperr- und Unterbrechungszeiten enthalten:
- Eine Sperrzeit ist ein Zeitraum, in dem eineleistungsberechtigte Person aus Gründen, die sie selbst zu vertreten hat, keine Leistung erhält. Typisch ist z.B. eine kurze Sperrzeit zu Beginn eines Leistungsanspruchs, weil die Person sich verspätet arbeitsuchend gemeldet hat.
- Eine Unterbrechungszeit ist hingegen ein Zeitraum ohne Leistungserhalt, den die leistungsberechtigte Person nicht selbst zu vertreten hat. Das kann z.B. eine zwingende Ortsabwesenheit sein. Eine Unterbrechungszeit verringert nicht die Anspruchsdauer, d.h. die Person erhält zwar während der Unterbrechungszeit keine Leistung, dafür verschiebt sich aber das reguläre Ende des Leistungsanspruchs entsprechend nach hinten.
Leistungen nach dem Rechtskreis SGB II (z.B. Arbeitslosengeld II) sind nicht enthalten. Da der Leistungsanspruch von der Erfüllung gesetzlicher Voraussetzungen abhängt, werden Arbeitslosigkeitsperioden, in denen die Voraussetzungen nicht vorliegen (z.B. fehlende Bedürftigkeit im Falle der Arbeitslosenhilfe oder Nichterfüllung der Anwartschaftszeit beim Arbeitslosengeld) nicht in der Leistungsempfängerhistorik erfasst. Der linke Datenrand der LeH ist der 01.01.1975.
Leistungshistorik Grundsicherung (LHG)
Die Leistungshistorik Grundsicherung (LHG) enthält Informationen zu erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, ihren Bedarfsgemeinschaftsmitgliedern nach § 7 SGB II und besonderen Personen im Umfeld einer Bedarfsgemeinschaft. Eine Verknüpfung von Individuen mit SGB-II-Leistungsbezug innerhalb von Bedarfsgemeinschaften ist in der SIAB jedoch nicht möglich. Leistungsbezug nach SGB II umfasst sowohl Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts (z.B. ALG II), wie auch Zuschläge zum ALG II oder auch zusätzliche Leistungen. Die LHG enthält jedoch keine Angaben zu den jeweiligen Leistungssätzen. Da die Ermittlung der Höhe des Leistungsbezugs in der Grundsicherung nicht auf individueller Ebene erfolgt, sondern auf der Ebene von Bedarfsgemeinschaften, ist die Zuweisung eines individuellen Leistungssatzes problematisch. Daher enthält auch die SIAB keine Angaben zur Höhe des SGB-II-Leistungsbezugs.
Im Gegensatz zu den Leistungen aus dem Rechtskreis des SGB III ist die Bundesagentur für Arbeit nicht alleiniger Träger der Leistungen. Es wird demnach unterschieden nach den drei möglichen Trägerarten:
- Arbeitsgemeinschaften (ARGEn, bis 2010)/gemeinsame Einrichtungen (ab 2011) aus gemeinsamer Aufgabenwahrnehmung von BA und Kommune,
- Getrennte Trägerschaft (gT)/getrennte Aufgabenwahrnehmung (bis 2011) – hier besteht eine Aufgabenteilung zwischen BA und Kommune[3],
- Zugelassene kommunale Träger, die nach der anfänglichen Experimentierklausel des § 6a auch als optierende Kommunen oder Optionskommunen bezeichnet werden – hier übernimmt die Kommune alle Aufgaben aus dem Bereich des SGB II.
Die Daten der LHG stammen aus verschiedenen Meldeverfahren. In der Regel findet das IT-Verfahren A2LL bis 2010 bei ARGEn und ab 2011 bei gemeinsamen Einrichtungen Verwendung.[4] Zugelassene kommunale Träger verwenden verschiedene eigene IT-Verfahren und übermitteln ihre Daten mittels des Standards XSozial-BA-SGB II einmal monatlich an die Bundesagentur für Arbeit. Bei Kommunen mit getrennter Trägerschaft kommen beide Verfahren zum Einsatz. Die unterschiedlichen Datenstandards haben Auswirkungen auf Umfang und Qualität der gelieferten Daten.
Der linke Datenrand der LHG ist der 01.01.2005. Die Datenquelle ist jedoch bis Anfang 2007 lückenhaft (siehe Kapitel 4).
Arbeitsuchendenhistoriken (ASU/XASU)
Daten über Arbeitsuchende werden in den Arbeitsuchendenhistoriken (ASU und XASU) gespeichert. Die Quelle ASU enthält Informationen zu Arbeitsuchenden, welche bei Arbeitsagenturen verzeichnet sind, ab 2005 auch solche, die bei Arbeitsgemeinschaften und getrennten Trägerschaften gemeldet sind. In der Quelle XASU sind ab 2005 die Daten von arbeitsuchenden Personen im ALG-II-Bezug von zugelassenen kommunalen Trägern enthalten, welche nach dem XSozial-Standard konsolidiert gemeldet werden. Der linke Datenrand der ASU ist der 01.01.1997, der der XASU ist der 01.01.2005.
Maßnahmeteilnahmehistoriken (MTH/XMTH)
Die Maßnahmeteilnahmehistoriken (MTH) enthalten Informationen, die verschiedenen Rechtskreisen zugeordnet werden können. Zum einen sind Maßnahmen und Maßnahmeteilnahmen der aktiven Arbeitsmarktförderung nach dem SGB III enthalten. Zum anderen beinhalten die MTH Maßnahmen aus dem Rechtskreis SGB II, wenn diese in Verfahren der BA erfasst werden. In der Quelle XMTH sind ab 2005 Maßnahmen der zugelassenen kommunalen Träger bzw. optierenden Kommunen geführt. Der linke Datenrand der MTH ist der 01.01.2000, der der XMTH ist der 01.01.2005.
[1] Studierende können dennoch in der BeH erscheinen, wenn sie parallel zum Studium z.B. geringfügig beschäftigt waren.
[2] Extrembeispiel: Es liegen Beschäftigungsmeldungen vom 1.1. bis zum 30.05.2006 vor, der Betrieb meldet jedoch Konkurs an, weshalb alle Beschäftigten entlassen werden. Dann gibt es im BHP zu diesem Betrieb für 2006 keine Informationen.
[3] Die Kommune übernimmt die Kosten der Unterkunft und Heizung (§ 22 SGB II) sowie die abweichend zu erbringenden Leistungen (§ 23 (3) SGB II) und die flankierenden Leistungen nach §16 (2) Satz 2 Nr. 1 - 4 SGB II. Von der BA werden dagegen Regelleistungen, Sozialversicherungsbeiträge und Eingliederungs-leistungen (SGB III und SGB II) sowie spezifische Leistungen ohne die oben genannten flankierenden Leistungen erbracht.
[4] 2014 wurde A2LL sukzessive durch ALLEGRO als neues IT-Verfahren für die Grundsicherung im SGB II in gemeinsamen Einrichtungen ersetzt.
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3. Datenaufbereitung und Stichprobenziehung
Bereinigungen und Aufbereitungen
Bevor die Daten aus den in Kapitel 2 genannten Quellen zur IEB zusammengefügt werden, durchlaufen sie quellenspezifische Bereinigungsverfahren (siehe Folgeabschnitte). Die Gesamt-IEB erfahren die folgenden Bereinigungen:
- Sätze, bei denen das Alter an ihrem Ende kleiner 13 oder zu Beginn größer 75 ist, werden gelöscht.
- Datensätze, bei denen das Enddatum kleiner als das Beginndatum ist, werden gelöscht.
- Widersprüchliche Angaben zu Geschlecht oder Geburtsdatum innerhalb eines Kontos werden bereinigt.
- Datensätze ohne Angabe von Geburtsdatum und Geschlecht nach Bereinigung werden gelöscht.
Weitergehende Bereinigungen, wie z.B. das Ergänzen von vermutlich fehlenden Meldungen, Streikbereinigungen, etc., erfolgen nicht.
Beschäftigtenhistorik (BeH)
- Um einen im Zeitablauf möglichst konstanten Personenkreis zu erfassen, werden einige Personengruppen ausgeschlossen, deren Daten nicht für den gesamten Beobachtungszeitraum zur Verfügung stehen. Ab dem Meldejahr 2011 stammen die Daten der BeH aus neu konzipierten Quelldaten. Dadurch wurde eine Reihe von Personengruppen reaktiviert bzw. neu eingeführt, da sie von der BA-Statistik als sozialversicherungspflichtig eingestuft werden. Damit sind fortan die Personengruppen 101 - 107, 111 - 114, 118, 119, 120, 140, 141, 142, 143, 149, 201 und 203 - 205 enthalten sowie die beiden Gruppen 109 und 209, die geringfügig Beschäftigte kennzeichnen. Nicht enthalten sind unter anderem kurzfristig Beschäftigte, d. h. Personengruppen 110, 202 und 210.
- Die Personengruppen 123, 124 und 127 wurden ab 2011 neu eingeführt.
- Aus datenschutzrechtlichen Gründen werden die Personengruppen 107, 111, 113, 114, 127 und 204 zur Personengruppe "Sonstige Erwerbstätige“ (599) zusammengefasst.
- Ab dem Meldejahr 2012 wurden Auszubildende mit den Personengruppen 121 und 122 neu aufgenommen.
- Sätze mit fehlendem Entgelt sowie der Ausprägung 101 beim Merkmal Erwerbsstatus und dem Wert 50 beim Abgabegrund (Jahresmeldung) werden nicht in die IEB übernommen.
- Geschlecht und Geburtsdatum werden aus dem Data Warehouse (DWH) der Statistik der BA übernommen. Dort liegen diese Angaben quellenübergreifend harmonisiert vor.
- Der Gebietsstand für Arbeitsort und Wohnort entspricht dem 31.12.2023.
Leistungsempfängerhistorik (LeH)
- Sätze ohne gültiges Beginndatum wurden ausgeschlossen.
- Liegt das Enddatum bei Bezug von Arbeitslosenhilfe einen Tag vor dem Beginndatum, so wurde das Enddatum um ein Jahr hochgesetzt und der Spell nicht gelöscht.
- Zwischen 2004 und 2006 wurde das zugrundeliegende Meldeverfahren umgestellt. Auftretende Überschneidungen zwischen dem Alt- und Neuverfahren wurden bereinigt.
- Sätze mit leerem oder ungültigem Enddatum wurden ausgeschlossen, da hier nicht davon ausgegangen werden kann, dass überhaupt eine Zahlung geleistet worden ist.
- Eine Gebietsstandsbereinigung wird analog zur BeH durchgeführt.
Leistungshistorik Grundsicherung (LHG)
- Sätze ohne BA-Kundennummer werden gelöscht.
- Stornierte Datensätze werden nicht genutzt.
- Es sind nur Sätze erwerbsfähiger Personen und von Personen über 65 Jahren enthalten.
- Es sind jeweils überschneidungsfreie Zeiträume der Leistungsberechtigung einer Person in einer bestimmten Bedarfsgemeinschaft abgebildet. Aus folgenden administrativen Gründen beginnt ein neuer Satz:
- an gesetzlich festgelegten, für strukturelle Änderungen der Bedarfsgemeinschaft relevanten Geburtstagen (14, 15, 18 und 25) sowie dem individuell gültigen Renteneintrittsalter der Mitglieder einer Bedarfsgemeinschaft (siehe Abschnitt 3.1.7),
- bei Veränderungen in der Zusammensetzung einer Bedarfsgemeinschaft (z.B. durch Zu-/Abgänge),
- bei Merkmalsänderungen des Bedarfsgemeinschafts-Kunden sowie
- bei Beginn und Ende eines Sanktionssachverhalts für Sätze ab dem 01.01.2006. Allerdings ist zu beachten, dass anhand der Daten weder die Dauer, die Art noch der Zeitpunkt der Verhängung bzw. des Beginns der Sanktion festgestellt werden kann. Grund hierfür ist das Fehlen eines entsprechenden Merkmals oder einer Ausprägung, welches den Beginn, die Art oder die Dauer der Sanktion anzeigt.
- Aus obigem Grund sind alle personenbezogenen Merkmale, die für die Quelle LHG gefüllt sind, für den gesamten Zeitraum des Satzes gültig.
- Doppelmeldungen aufgrund der Gebietsreformen 2009/2011 und Trägerneuorganisation 2012 (siehe Abschnitt 4.1.2) wurden soweit möglich bereinigt.
- Eine Gebietsstandsbereinigung wird analog zur BeH durchgeführt.
Arbeitsuchendenhistoriken ASU und XASU
- Sätze mit Enddatum vor dem 01.01.1995 wurden ausgeschlossen.
- Es erfolgt keine Konsolidierung der ASU-Sätze einer einzelnen Person. Es kann daher vorkommen, dass Überschneidungen zwischen ASU-Sätzen existieren.
- Die personenbezogenen Merkmale, die für die Quellen (X)ASU gefüllt sind, beziehen sich immer auf den Beginn des Satzes.
- Ein neuer ASU-Satz wird angelegt, sobald ein Statuswechsel (z.B. von arbeitsuchend zu arbeitslos) erfolgt. Dies gilt auch, wenn sich die Trägerart (Agentur für Arbeit, ARGE, gemeinsame Einrichtung, zugelassener kommunaler Träger, getrennte Aufgabenwahrnehmung) ändert.
- In der XASU werden überschneidungsfreie Zeiträume bezogen auf eine einzelne Person abgebildet. Bei Änderungen folgender Merkmale wird für die XASU jeweils ein neuer Datensatz gebildet:Wechsel des Arbeitsuche-Status
- Wechsel der Verfügbarkeit
- Wechsel des SGB-II-Trägers
- Wechsel des Wohnortes
- Eine Gebietsstandsbereinigung wird analog zur BeH durchgeführt.
Maßnahmeteilnahmehistoriken (MTH)
- Sätze, die mehr als ein Jahr nach Maßnahmeende erstellt wurden, werden gelöscht, falls ein anderer Satz existiert, der innerhalb eines Jahres nach Abschluss der Maßnahme erstellt wurde.
- Es wird lediglich der aktuellste Datensatz zu einer einzelnen Maßnahmeteilnahme verwendet.
- In die IEB werden nur Maßnahmeteilnahmen aufgenommen, die als „tatsächlich stattgefunden“ klassifiziert sind. Teilnahmen, die nicht oder noch nicht stattgefunden haben, werden gelöscht. Teilnahmen werden auch dann als nicht stattgefunden gewertet, wenn während der Teilnahme an einer Maßnahme ein Löschdatum gesetzt wird.
- Bestimmte Maßnahmearten werden nicht aufgenommen. Hierzu zählen Unterstützung der Beratung und Vermittlung, Mobilitätshilfen und reine Reha-Maßnahmen.
- Eine Gebietsstandsbereinigung wird analog zur BeH durchgeführt.
Maßnahmeteilnahmehistoriken aus XSozial (XMTH)
- Für die XMTH besteht die besondere Herausforderung darin, technisch oder organisatorisch verursachte Mehrfachmeldungen für eine Maßnahmeteilnahme zu identifizieren und zu behandeln. Die Ursachen von diesen Doppelmeldungen sind zum einen eine bis April 2009 fehlende Identifikationsnummer für Maßnahmeteilnahmen bzw. unsachgemäße Handhabung der eingeführten Förder-ID und zum anderen Trägernummernwechsel im Zusammenhang mit Fusionen oder anderen Umorganisationen von Grundsicherungsträgern mit der Neuorganisation der Arbeitsagenturen 2012/2013. Zudem kam es zu trägerspezifischen Problemen bei Versions- oder Produktwechseln der kommunalen Software oder bei Versionsänderungen des Standards XSozial. Daraus resultieren zeitweise in beträchtlichem Umfang Meldungen für Maßnahmeteilnahmen der gleichen Förderungsart, die sich pro teilnehmender Person teilweise oder vollständig zeitlich überlappen. Echte Dubletten werden identifiziert und aussortiert, da sie mit hoher Wahrscheinlichkeit technische Dubletten sind. Versteckte Dubletten sind ebenfalls identifizierbar und werden aussortiert. Dabei gilt im Prinzip immer die Regel, dass der aktuellste Informationsstand behalten wird.
- Daneben werden Meldungen mit einem Beginndatum vor 2005 ausgeschlossen.
- Überlappende und unmittelbar aneinander angrenzende Meldungen der gleichen Maßnahmeart (aus XSozial) werden zu einer Beobachtung zusammengefasst. Maßnahmespezifische Merkmale der zusammengefassten Zeiträume werden auf Systemmissings gesetzt.
- Anschließend werden die weiteren Merkmale zusammengestellt und berechnet. Dabei wird auf konsolidierte Personendaten aus XSozial-Historiken und LHG zurückgegriffen.
- Abschließend werden folgende Maßnahmen ausgeschlossen:
- Einmalleistungen (wie UBV/Mobi-/Vermittlungsbudget/LES) und
- spezifische Reha-Maßnahmen
- Eine Gebietsstandsbereinigung wird analog zur BeH durchgeführt.
SGB-II-Anonymisierung
Um das Deanonymisierungsrisiko zu verringern, wird in der SIAB standardmäßig nur das Geburtsjahr ausgewiesen. Der Geburtsmonat kann als sensibles Merkmal nur bei begründetem Bedarf beantragt werden. In den Quellen LHG und (X)ASU besteht allerdings die Gefahr, dass durch die zeitliche Struktur der Beobachtungen dennoch das exakte Geburtsdatum sichtbar werden könnte. Sätze könnten systematisch an bestimmten Geburtstagen oder dem Renteneintritt bzw. am Tag davor enden oder aber an diesem Tag neu beginnen.
Um eine indirekte Bestimmung des exakten Geburtstags zu verhindern, wird daher das folgende Verfahren angewendet. Sätze, die am 18., 25. oder 65. Geburtstag geteilt wurden, werden zu einem einzelnen Satz zusammengefügt. Hierdurch geht außer dem exakten Geburtstag keine weitere Information verloren. Bei Sätzen, die am 15. Geburtstag oder dem Renteneintritt beginnen bzw. am Renteneintrittstag enden, wird das Beginndatum (Enddatum) des Satzes auf den Beginn (das Ende) des jeweiligen Quartals gesetzt. Bei dieser Korrektur kommt es zu einer Verzerrung der Satzdauer. Korrigierte Sätze sind in der Variable "Erwerbsstatus" gekennzeichnet.
Episodensplitting
Die administrativen Personendaten liegen „gesplittet“ vor. Falls sich innerhalb eines Kontos Sätze überlappen, werden diese durch künstliche Sätze mit neuen Datumsangaben derart ersetzt, dass vollständig parallele oder überschneidungsfreie Zeiträume entstehen (Episodensplitting). Die Anzahl der Sätze erhöht sich dadurch (siehe Abbildung 3).
Die ursprünglichen Datumsvariablen zum Beginn und Ende des Originalsatzes (begorig und end-orig) bleiben erhalten, die Variablen Beginn und Ende der Episode (begepi und endepi) kennzeichnen Anfang und Ende der gesplitteten Episoden. Ob Sätze gesplittet wurden, kann an einem Vergleich des ursprünglichen Zeitraums (begorig und endorig) mit dem Episodenzeitraum (begepi und endepi) festgestellt werden. Um die Originaldaten ohne Episodensplitting wiederherzustellen bzw. die durch das Episodensplitting künstlich erzeugten Datensätze zu löschen, selektiert man alle Sätze, bei denen der Beginn des Originalsatzes gleich dem Beginn der gesplitteten Episode ist (begepi == begorig).
Abbildung 3: Episodensplitting
Es ist ratsam, die durch das Splitting erzeugten, vollständig parallelen Sätze einheitlich zu sortieren. Die früher in der SIAB enthaltenen Variablen Satzzähler pro Episode (level2) und Satzzähler pro Episode und Quelle (level1) können bei Bedarf mit folgenden Stata-Befehlen selbst erzeugt werden:
Kasten 2: Beispielcode zum Erstellen weiterer Satzzähler in Stata 17
bysort persnr_siab begepi quelle (spell): gen byte level1 = _n-1
bysort persnr_siab begepi (spell): gen byte level2 = _n-1
Stichprobenziehung
Die SIAB ist eine 2%-Stichprobe der Personen, für die ein Eintrag in den IEB vorliegt. Dadurch ist die SIAB repräsentativ für die Personenkreise aller Datenquellen, nicht nur für die Beschäftigten. Entsprechend lassen sich auf Basis der Stichprobe mit Hochrechnungsfaktor 50 Fallzahlen der Grundgesamtheit schätzen. Dies gilt grundsätzlich für alle Datenquellen, allerdings ist der unterschiedliche Füllgrad der Quellen zu beachten.
Fehlende Werte
In den Daten gilt die folgende Codierung von fehlenden Werten:
Bezeichnung Wert Beschreibung Keine (valide) Angabe .z Nicht systematisch fehlender Wert. Das Merkmal ist prinzipiell für die Quelle gefüllt, jedoch ist für den betrachteten Satz ein Wert nicht vorhanden bzw. nicht sinnvoll zu interpretieren. Fehlt systematisch .n Ein Merkmal ist grundsätzlich für eine Quelle oder für einen gewissen Zeitraum nicht gefüllt. -
4. Datenqualität und Probleme
Gesamte IEB
Lücken in den Erwerbsbiografien
Die IEB beinhalten Erwerbsbiografien. Allerdings ist in den administrativen Daten nicht jede Art von Erwerbstätigkeit erfasst. Bei entsprechenden Lebensverläufen sind bestimmte Personen überhaupt nicht in den IEB abgebildet.
Für Auswertungszwecke ist es oft relevant, Lücken in den abgebildeten Biografien zu kennen (z.B. für Kontrollgruppenbildung, Lebensverlaufsanalysen etc.). Die im Folgenden aufgeführten Lücken sind definiert als Zeiträume nach Ende der Schulausbildung, für die kein Satz in den IEB enthalten ist. Diese Lücken können unterschieden werden in
- Lücken, für die keinerlei Information vorliegt und
- Lücken, für die anhand des Merkmals Abgabegrund/ Beendigungsgrund/ SGB-II-Einstellungsgrund/ Abmeldegrund des direkten Vorgängersatzes eine Information vorliegen kann (sofern ein entsprechender Satz vorhanden ist).
Diese Lücken wurden identifiziert anhand der Ausprägungen der Merkmale Abmeldegrund/ Abgabegrund/ Beendigungsgrund und Erwerbsstatus in den verschiedenen Quellen. Die Auflistung in Tabelle 6 erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Tabelle 6: Biographische Lücken und Identifikationsmöglichkeiten
Biografische Lücke Information über Lücke, ggf. identifizierbar anhand der Ausprägung des Merkmals „grund“ im Vorgängersatz der Quelle Beamt*innen, Berufssoldat*innen, Richter*innen, Angestellte von Körperschaften oder Stiftungen des öffentlichen Rechts XASU Ungeförderte Selbstständige LeH, ASU Studierende, Personen in schulischer Weiterbildung LeH, LHG, ASU, XASU Personen, die länger als 6 Wochen krank / arbeitsunfähig sind (Krankheit während Arbeitslosigkeit ist aber unter bestimmten Bedingungen in der Quelle ASU abgebildet, vgl. Abschnitt 3.1.4) BeH, LeH, ASU
Personen in Altersrente ohne Beschäftigung, wenn nicht Mitglied in einer BG LeH, LHG, ASU Personen in Mutterschutz / Elternzeit XASU Beziehende von Vorruhestandsgeld LeH, ASU Hausgewerbetreibende Kurzfristig Beschäftigte ASU Personen in Einrichtungen der Jugendhilfe, Berufsbildungswerken, anerkannten Werkstätten oder ähnlichen Einrichtungen für Menschen mit Behinderung ASU
Teilnehmende an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (Rehabilitanden) ASU (Nebenerwerbs-)Landwirt*innen Pflegepersonen i.S. von § 19 SBG XI Grundwehrdienstleistende BeH, LeH, LHG, ASU, XASU Wehrübungsleistende BeH, LeH, LHG, ASU, XASU Zivildienstleistende BeH, LeH, LHG, ASU, XASU Ableistende eines freiwilligen sozialen bzw. ökologischen Jahres anstelle des Zivildienstes Sonstige Personen, die nicht bei der Rentenversicherung oder der BA registriert sind (z.B. Sabbatjahr, Finanzierung aus privatem Vermögen oder Rentenbezügen, Emigration, Beschäftigung im Ausland, ehrenamtliche Tätigkeit, etc.) BeH, LeH, ASU
Streikende bei Streikdauer über einem Monat LeH Sozialhilfe-Beziehende (vor Einführung des SGB II 2005), Sozialgeld-Beziehende (im Sinne des SGB II) SGB-II-Leistungsberechtigte, bei deren Trägern Lieferausfälle vorkamen Ausgleichsempfangende nach dem FELEG (Gesetz zur Förderung der Einstellung der landwirtschaftlichen Erwerbstätigkeit) Einführung des SGB II und spätere Trägerwechsel
Mit der Einführung des SGB II zum 01.01.2005 wurden auch die Zuständigkeiten für die Betreuung von Arbeitssuchenden neugestaltet, sodass die Aufgabenwahrnehmung im SGB II von unterschiedlichen Trägertypen übernommen werden kann:
- In der Regel übernahmen die Arbeitsgemeinschaften (ARGE) aus BA und Kreis die Aufgaben im Bereich des SGB II. Diese wurde 2011 von den gemeinsamen Einrichtungen (gE) – auch „Jobcenter“ genannt - abgelöst.
- Zudem war es bis Ende 2011 möglich, dass BA und Kreis die die ihnen übertragenen Aufgaben in eigener (getrennter) Zuständigkeit – in sogenannten getrennten Trägerschaften (gT) oder auch getrennten Aufgabenwahrnehmungen (gAw) erbrachten.
- Seit 2005 besteht zudem die Möglichkeit, dass zugelassene kommunale Träger (zkT; auch: optierende Kommunen) die Aufgaben übernehmen. Zunächst erhielten 69 Landkreise oder kreisfreie Städte die alleinige Trägerschaft der Grundsicherung für Arbeitsuchende bis 31.12.2010. Mit der Verfassungsänderung wurde die Optionsmöglichkeit ab 2012 auf 110 Träger ausgedehnt.
Während die ARGEn/gE das Leistungs- und Fallmanagement über die BA-Verfahren pflegen und die erfassten Daten an die Statistik der BA übermitteln, verwenden die kommunalen Grundsicherungsträger jeweils eigene Softwaresysteme. Die Übermittlung an die Statistik der BA erfolgt über den Standard XSozial. Für getrennte Träger lag eine Aufteilung der Zuständigkeiten vor. Der jeweilige Trägerteil war nur für die Erfassung und Lieferung der Daten verantwortlich, die in seinen Zuständigkeitsbereich fallen. Daher gab es reduzierte Datenanforderungen für die kommunale Seite der getrennten Träger. Die Übermittlung über den Standard XSozial erfolgt einmal monatlich zu einem festgelegten Zeitfenster. In der Woche darauf besteht an einem zweiten Meldetag die Möglichkeit, missglückte Lieferungen zu wiederholen. Im Lauf der Jahre wurden zahlreiche Qualitätssicherungsinstrumente entwickelt. Dennoch erhöhen Versionswechsel des Standards oder der vor Ort genutzten Software regelmäßig das Risiko für Datenqualitätsprobleme.
Im Rahmen der Neuorganisation von SGB-II-Trägern jeweils zum 01.01. der Jahre 2011 bis 2014 gingen diverse ARGEn/gE und getrennte Träger in kommunale Trägerschaft über bzw. wurden von zkT in gE umgewandelt. Diese Trägerwechsel und der damit einhergehende Wechsel der vor Ort verwendeten Software führen teilweise auch zu Brüchen in den Daten der SGB-II-Quellen. Detaillierte Informationen zu den daraus resultierenden Qualitätsproblemen in den Daten finden sich in den einzelnen Abschnitten zu den Datenquellen.
Beschäftigtenhistorik
- Die Beschäftigungshistorik enthält in wenigen Fällen (kleiner 1%) Duplikate in den Merkmalen Personennummer, Betriebsnummer, Erwerbsstatus, Beginndatum Originalzeitraum und Enddatum Originalzeitraum. Das Meldeverfahren sieht solche Duplikate eigentlich nicht vor. In den meisten Fällen unterscheiden sich die einzelnen Sätze der Duplikategruppe im Tagesentgelt, in selteneren Fällen auch in anderen Merkmalen. Der Grund für solche Duplikate sind vermutlich nicht korrekt verarbeitete Stornomeldungen.
- Die Übermittlung von Informationen zur Ausbildung, ausgeübten Tätigkeit und Stellung im Beruf erfolgt durch Meldungen der Arbeitgeber nach DEÜV (siehe Abschnitt 2.1) über einen sogenannten Tätigkeitsschlüssel. Für Zeiträume mit einem Enddatum nach dem 30.11.2011 erfolgte der Wechsel zum neuen Tätigkeitsschlüssel 2010 (siehe Bertat et al., 2013, für mehr Details). Dieser Wechsel wurde von den Spitzenorganisationen der Sozialversicherungsträger beschlossen, da der Tätigkeitsschlüssel 2003 eine Reihe von Sachverhalten nicht mehr zeitgemäß und nicht mehr realitätsnah erfassen konnte. Da die Meldungen der Arbeitgeber nach DEÜV in die BeH einfließen, hat die Umstellung des Tätigkeitsschlüssels ausschließlich Auswirkungen für Beobachtungen aus dieser Quelle. Die Messung folgender bisher enthaltener Angaben ist von dieser Umstellung betroffen: Arbeitszeit, Beruf, Stellung im Beruf sowie schulisches und berufliches Qualifikationsniveau. Darüber hinaus gibt es seit der Umstellung auch Angaben zur Befristung eines Beschäftigungsverhältnisses sowie dazu, ob eine Person als Verleihpersonal in einem Zeitarbeitsunternehmen angestellt ist. Die wichtigste Auswirkung ist der Umstieg auf eine neue Berufsklassifikation. Statt der bisherigen Klassifikation der Berufe 1988 (KldB 1988) wird mit dem neuen Tätigkeitsschlüssel die differenziertere KldB 2010 gemeldet[1].
- Das Merkmal „Stellung im Beruf und Arbeitszeit“ (stib) ist nur für Meldungen gefüllt, die vor Einführung des neuen Tätigkeitsschlüssels abgegeben wurden. Ds FDZ nimmt keine Extrapolation oder Imputation für spätere Meldungen vor. Die Kategorien der Variable stib, die über den gesamten Beobachtungszeitraum konsistent beobachtet werden können (Erwerbsstatus als Auszubildender, Unterscheidung von Teil- und Vollzeit), sind in den Variablen erwstat und teilzeit nachzuvollziehen.
- Die Einführung des neuen Tätigkeitsschlüssels hat zu einer Reihe von Problemen geführt. So kam es während des Übergangszeitraums, der Arbeitgebern im Meldeverfahren zur Sozialversicherung eingeräumt wurde[2], zu einer temporären Zunahme fehlender Angaben. Analysen der Statistik der BA (Bertat et al., 2013, S. 10) zeigen, dass die neuen bzw. umgestellten Merkmale „ausgeübte Tätigkeit“, „Arbeitszeit“ und „Ausbildungsabschluss“ nach der Umstellung zu etwa 20 bis 30 Prozent keine Angaben enthielten. Eine deutliche Verbesserung stellt sich im ersten Halbjahr 2013 ein. Um die Qualität der Arbeitszeitangabe im Übergangszeitraum zu verbessern, haben Ludsteck/Thomsen (2016) ein Imputationsverfahren entwickelt, das die fehlenden durch imputierte Werte ersetzt. Die imputierten Daten werden in der SIAB 7523 verwendet. Für die Lücken in den anderen Merkmalen werden keine Imputationen vorgenommen.
- Aufgrund der Einführung des Meldeverfahrens in den neuen Bundesländern kann erst ab 1993 von einer hinreichenden Vollständigkeit der Meldungen ostdeutscher Betriebe ausgegangen werden. Aus demselben Grund weisen sehr viele Sätze des Jahrs 1991 für einige Merkmale (u.a. Ausbildung, Erwerbsstatus und Tagesentgelt) fehlende Werte auf.
- Der Anstieg der Zahl der BeH-Sätze ab 1999 folgt aus der Einführung der Meldepflicht für geringfügig Beschäftigte ab dem 01.04.1999.
- Es lässt sich insbesondere 1999 ein deutlicher Anstieg bei den Meldungen zu Teilzeitbeschäftigung feststellen. Verursacht wird dieser Befund sowohl vom tatsächlich zu beobachtenden Anstieg der Teilzeitbeschäftigung als auch von der Tatsache, dass seit 1999 die Beschäftigtenmeldungen generell besser ausgefüllt werden.
- Innerhalb des Meldeverfahrens ist eine gewisse Zeitverzögerung nicht vermeidbar. Zwar müssen Änderungen von Beschäftigungsverhältnissen sofort gemeldet und bestehende Beschäftigungsverhältnisse jährlich bis zum April (bis Jahresmeldung 2012) bzw. Mitte Februar (ab Jahresmeldung 2013) des folgenden Jahres bestätigt werden. Faktisch treffen Meldungen jedoch zum Teil um Jahre verspätet ein. Die Historikdatei des IAB wird aber nicht kontinuierlich fortgeschrieben, sondern in bestimmten Abständen aktualisiert. Dies geschieht unter Verwendung von Dateien mit den Beschäftigten-Meldungen jeweils eines Jahres, die 36, 18, 12 oder 6 Monate nach Ablauf des Berichtsjahres eingetroffen sind (frühestens im Juli 2015 z.B. kann die 18-Monats-Datei für das Jahr 2013 erstellt werden). Mehr als 3 Jahre verspätete Meldungen werden im IAB nicht berücksichtigt, so dass eine 36-Monats-Datei per definitionem einen Füllgrad von 100% aufweist.
- In der zugrundeliegenden Version der IEB ist 2020 das letzte Jahr mit einem Füllgrad der BeH-Meldungen von 100%. Für die Jahre 2021 und 2022 wurden 18-Monats-Dateien verwendet, für 2023 eine 6-Monats-Datei. Es ist daher davon auszugehen, dass Beschäftigungsmeldungen für die Jahre 2021 bis 2022 leicht und für 2023 etwas stärker untererfasst sind. Die Auswertbarkeit der Daten auf Personenebene sollte dadurch aber nicht eingeschränkt sein. Allerdings häufen sich die fehlenden Meldungen in wenigen Betrieben. Dies bedeutet, dass in Einzelfällen die Betriebsangaben, z.B. die Betriebsgröße, grob falsch sind und sich in Folgeversionen stark verändern werden.
- Im Jahr 1984 erfolgte eine Änderung des Meldeverfahrens. Einmalig gezahltes Bruttoarbeitsentgelt wurde ab diesem Zeitpunkt als Teil des beitragspflichtigen Jahresentgelts gemeldet, was zu einer Erhöhung des durchschnittlichen Tagesentgelts führt. Insbesondere steigt ab diesem Jahr der Anteil der Entgelte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze stark an (vgl. Bender et al., 1996).
- Für die Jahre 1992 bis 2000 wurden in den IEB auffällige Einbrüche und Anstiege in der Anzahl der Meldungen festgestellt. Es lassen sich v.a. Einbrüche bei folgenden zehn Kreisen beobachten: Braunschweig (03101), Wolfsburg (03103), Emden (03402), Kassel (06633), Essen (05113), Neuss (05162), Erftkreis (05362), Hersfeld-Rotenburg (06632), Miltenberg (09676) und Kempten (Allgäu) (09763). Grund hierfür sind Meldeprobleme bei einzelnen bzw. mehreren Betrieben in diesen Regionen.
- Nennenswerte Einbrüche verzeichnen auch die Kreise Salzgitter (03102) und Hoyerswerda (14264).
- Bei den Meldungen zu Vollzeitbeschäftigung in den IEB sind besonders die Kreise Main-Taunus-Kreis (06436) und Alzey-Worms (07331) erwähnenswert. Hier sind überdurchschnittliche Anstiege zu beobachten. Als Grund sind ebenfalls Meldeprobleme bei einzelnen bzw. mehreren Betrieben in diesen Regionen anzuführen.
- In den Jahren 1996 bis 1998 kommen die Werte 841-844 (Ärzt*innen und Apotheker*innen) in der Variable Beruf – ausgeübte Tätigkeit (beruf) im Vergleich zu benachbarten Jahren sehr selten vor. Die Gründe dafür sind nicht bekannt.
- In den Jahren 1975 bis 1977 gab es bisher deutlich zu viele Beschäftigte mit einem Arbeitsort in der niedersächsischen Gemeinde Lahn (Kreis Emsland). Statt im zu erwartenden zweistelligen Bereich gab es pro Jahr bis zu 90.000 Beschäftigtenmeldungen mit diesem Arbeitsort in der Grundgesamtheit der BeH. Ursächlich ist eine historische Fehlzuordnung der Beschäftigtenmeldungen aus der Stadt Lahn. Hierbei handelte es sich um einen nach kurzer Zeit wieder aufgelösten Zusammenschluss der hessischen Gemeinden Wetzlar, Gießen, Heuchelheim, Wettenberg und Lahnau (Kreise Gießen und Lahn-Dill-Kreis). Auf Basis dieser Erkenntnisse und unter der Annahme, dass es keine realen Betriebsumzüge zwischen diesen Regionen gab, wurde auf Ebene der Betriebsnummer folgende Bereinigungsregel umgesetzt: Sobald der Betriebsort in den Jahren 1975 bis 1978 von der Gemeinde Lahn auf eine der aufgeführten hessischen Gemeinden wechselt, wird die frühere Angabe Gemeinde Lahn mit der späteren korrekten Angabe überschrieben. Über diese Regel wird der Überhang deutlich reduziert und die niedersächsische Gemeinde Lahn weist danach in den kritischen Jahren zumindest nur noch unter 2.000 Beschäftigtenmeldungen in der Grundgesamtheit der BeH auf.
Leistungsempfängerhistorik (LeH)
- Für die neuen Bundesländer werden die LeH-Sätze erst ab 1992 vollständig erfasst.
- Die Leistungsbezugsdaten wurden früher auf Magnetbändern gesichert. Aufgrund eines Schadens an einem Magnetband sind die Leistungsbezugsdaten bis einschließlich des Jahres 1980 nur teilweise enthalten. Daher ist für das vorliegende Datenprodukt auch davon auszugehen, dass die Informationen zum Leistungsbezug im genannten Zeitraum nur zum Teil enthalten sind.
- Durch einen internen Systemwechsel kommt es 2004 zu einem Bruch in der Erfassung von Sperr- und Säumniszeiten. Bis 01.07.2004 können Sperr- und Säumniszeiten nur durch den Abmeldegrund im vorhergehenden LeH-Satz identifiziert werden. Danach existiert ein eigener Satz mit täglichem Leistungssatz = 0 für Versagens-, Entziehens- und Ruhezeiten.
Leistungshistorik Grundsicherung (LHG)
- In den Jahren 2005 und 2006 ist die LHG nicht vollständig gefüllt. Es kommt zu erheblichen trägerspezifischen Ausfällen. Es wird daher abgeraten, für diesen Zeitraum Analysen allein auf Basis der LHG zu machen.
- Längsschnittuntersuchungen für Personen sind mit Unsicherheiten behaftet, da Umzüge in und aus Gebieten von Trägern mit Lieferproblemen nicht von Änderungen des Status der Leistungsberechtigung unterschieden werden können.
- Auch ab 2007 kommt es hauptsächlich bei zugelassenen kommunalen Trägern immer wieder zu meist einmonatiger trägerspezifischer Untererfassung.
- Im Zusammenhang mit Trägerartwechseln kommt es zu Unter-/Übererfassungen:
- Im Rahmen der Trägergebietsreform vom 01.01.2011 kommt es zu Untererfassungen im Gebiet der Arbeitsagenturen Dessau-Roßlau, Halberstadt, Halle und Sangerhausen.
- Doppelmeldungen aufgrund der Gebietsreformen 2009/2011 und der Trägerformwechsel zum 01.01.2012 und zum 01.01.2013 werden in der IEB bereits soweit möglich bereinigt. Dennoch können Doppelmeldungen auftreten.
- Bei folgenden Jobcentern bestehen Unschärfen bei der Zuordnung von Leistungsfällen:
- zwischen Emden und Norden zwischen September und Dezember 2009
- zwischen Döbeln und Mittelsachsen von Oktober bis Dezember 2012
- zwischen Tirschenreuth und Wunsiedel von November 2012 bis März 2013
- Manche Personen, für die eine LHG-Beobachtung vorliegt, sind vom Leistungsbezug nach SGB II ganz oder teilweise ausgeschlossen, da sie z.B. eine geförderte Ausbildung machen, Altersrente beziehen, in einer stationären Einrichtung untergebracht sind oder Versicherungsleistungen zur Vermeidung von Hilfebedürftigkeit bekommen. Dies betrifft pro Jahr ca. 3 bis 5 Prozent der Fälle. In XSozial kommt es zu trägerspezifischen Untererfassungen dieser Personengruppe. In der SIAB ist der Ausschluss von Leistungen nicht identifizierbar.
- Aufgrund der Meldelogik sind Informationen aus dem Meldeverfahren XSozial nur monatsgenau zuspielbar.
- In der offiziellen Leistungsstatistik der BA werden Meldelücken durch ein statistisches Schätzverfahren auf aggregierter regionaler Ebene ergänzt. In der LHG werden keine ergänzenden Datensätze bereitgestellt. Ein Vergleich der IEB mit der Leistungsstatistik ist daher z.T. nur eingeschränkt möglich.
Arbeitsuchendenhistoriken (ASU/XASU)
ASU
- Die registrierten Zeiten der Arbeitsuche der Quelle ASU können ab 1997 als vollständig angesehen werden. Das Analysepotenzial der ASU-Sätze vor 1997 ist damit eingeschränkt.
- Mit der Einführung des SGB II zum 01.01.2005 werden arbeitsuchende Personen nicht mehr vollständig mit BA-Verfahren erfasst. Die Quelle ASU berücksichtigt ab diesem Zeitpunkt nur noch Personen, die von der BA im Rechtskreis SGB III (Arbeitsförderung), oder von ARGEn, gE bzw. gT im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) betreut werden.
- Für die Vermittlungskräfte ist es nicht möglich, die Zuordnung zum Rechtskreis immer unmittelbar zu erfassen, da vielfach erst zeitverzögert feststeht, welcher Träger aufgrund einer möglichen SGB-II-Leistungsberechtigung vorrangig zuständig ist. Es wird daher empfohlen, die Ausprägung des Merkmals „Trägerart“ in der ASU mit der Ausprägung in der LHG im gleichen Zeitraum abzugleichen. Aufgrund der Erfassungslücken bei LHG im Zeitraum 2005 bis 2006 ist dies nicht immer möglich.
- Für manche Personen, für die ab 2005 eine Optionskommune zuständig war, wurden von der BA parallel "künstliche" ASU-Sätze angelegt. Diese sind über das Merkmal „Erwerbsstatus vor Arbeitssuche“ (estatvor) zu identifizieren (Wechsel zu einem zugelassenen kommunalen Träger).
- Von Mitte 2005 bis Mitte 2006 wurde in der BA das EDV-Verfahren coArb, aus dem die Arbeitsuchendendaten stammen, durch das Verfahren VerBIS abgelöst. Ab Juli 2005 wurde coArb erstmals in der Agentur Wiesbaden als Pilotprojekt, ab Dezember 2005 dann sukzessive in mehreren Tranchen in allen Arbeitsagenturen durch VerBIS ersetzt. Viele der erfassten Merkmale wurden in den beiden Systemen in unterschiedlicher Differenziertheit und unterschiedlicher qualitativer Gewichtung abgefragt. Die Integration dieser Merkmale in die IEB gestaltet sich daher schwierig und ist nur durch die Anwendung eines speziellen Verfahrens (Mapping) möglich. Leider kann durch das Mapping keine vollständige Umsetzung der betroffenen Merkmale von coArb auf VerBIS erreicht werden, sodass sich bei einigen Merkmalen die Ausprägungen „Keine Angabe“, „Sonstiges“ oder „Missing“ ungewöhnlich häufen. Außerdem können sich bei Häufigkeitsauszählungen auffällige Unterschiede ergeben, je nachdem ob die Ursprungsquelle der Daten coArb oder VerBIS war. Es ist von einer Untererfassung von Eingliederungsvereinbarungen auszugehen. Wichtige Einschränkungen des Analysepotentials werden in der jeweiligen Variablenbeschreibung angesprochen.
- Das bis Juni 2006 genutzte Verfahren coArb unterstützte ausschließlich die Vermittlung von Arbeitslosen und Arbeitsuchenden. Lückenhaft erfasst wurden auch Daten zu Personen, die sich lediglich beraten lassen wollten. Die Daten der Berufsberatung wurden in einem separaten System gehalten. Mit VerBIS erweiterten sich die Ausprägungen des Arbeitsuche-Status um „Ratsuchende“ und Personen „ohne Status“. Zu Letzteren gehören ALG-II-Leistungsberechtigte, die eingeschränkt für die Arbeitsvermittlung verfügbar sind. Ihre Erfassung in VerBIS gilt erst seit Januar 2008 als weitgehend vollständig.
- Ein Wechsel der Grundsicherungsträger oder des Wohnorts führen nicht zu einem neuen ASU-Satz, die Merkmalsausprägung jeweils zu Beginn einer Episode wird fortgeführt. Mit zunehmender Dauer des Spells wird also das Risiko größer, dass Träger oder Wohnort nicht mehr zutreffend sind.
- Der Arbeitsuche-Status wird nachträglich kaum korrigiert, weshalb die Fallzahlen mit der BA-Statistik bis 2005 weitgehend übereinstimmen. Seit Frühjahr 2011 werden die Arbeitsuchendendaten aus BA-Verfahren und XSozial in der integrierten Arbeitslosenstatistik konsolidiert verarbeitet. Hier kann es zu größeren Abweichungen kommen. Am aktuellen Rand sind die Bestandsdaten jedoch identisch.
XASU
- Im Gegensatz zu den Arbeitsuchendendaten aus den ARGEn und den getrennten Trägerschaften zeigen sich nach 01.01.2005 für die zugelassenen kommunalen Träger zwischenzeitlich systematische Untererfassungen. Deshalb sollten Daten aus der Quelle XASU erst ab 2007 ausgewertet werden.
- Auch in den Jahren ab 2007 sind analog zu den Leistungsdaten (LHG) immer wieder einzelne Monate von Lieferausfällen betroffen.
- Punktuell kann es auch zu Übererfassungen kommen. Hierfür kann eine Vielzahl technischer Probleme verantwortlich sein, u.a. systematisch nicht erfolgte Abmeldungen, falsche Entstornierungen und parallele Arbeitsuchendmeldungen in mehreren Kreisen.
- Verschiedene Merkmale weisen für die XASU zum Teil nur einen sehr geringen Füllgrad auf. Hiervon betroffen sind unter anderem die Merkmale Schulabschluss, Abgabegrund sowie Erwerbsstatus vor Arbeitsuche. Die Füllgrade dieser Merkmale verbessern sich zwar im Zeitablauf, bleiben aber dennoch zum Teil unbefriedigend. Das Merkmal Beruf ist nahezu für den gesamten zur Verfügung stehenden Zeitraum in der XASU nicht gefüllt.
- Bei etlichen Trägern (Kreisen) erscheint der Anteil der gemeldeten Arbeitsuchenden an den gemeldeten erwerbsfähigen Hilfebedürftigen in den IEB durchgängig oder zeitweise unplausibel hoch. Gründe dafür könnten eine möglicherweise fehlerhafte Bestimmung des Status „Nichtarbeitslos, arbeitsuchend“ oder eine technisch fehlerhafte Übermittlung mit hohem Anteil an Nachmeldungen bei diesen Trägern sein.
- Die träger- und zeitraumabhängige Plausibilität der XASU-Angaben sollte jeweils unter Berücksichtigung der Untersuchungsfrage vor der Verwendung geprüft werden.
- Aufgrund der Meldelogik sind Informationen aus dem Meldeverfahren XSozial nur monatsgenau zuspielbar.
- Durch Unterschiede in Konsolidierungsregeln, Zeitbezügen und regionalen Zuordnungen kann es zu Unterschieden zu den veröffentlichten BA-Statistiken kommen.
Maßnahmeteilnahmehistoriken (MTH/XMTH)
MTH
- Die MTH sind für Maßnahmen mit einem Eintrittsdatum vor dem 01.01.2000 unvollständig.
- Zum 01.01.2005 kommt es zu einem Bruch, da mit Einführung des SGB II Maßnahmeteilnehmende auf verschiedene Träger aufgeteilt wurden (siehe Abschnitte 2.5 und 4.1.2).
- Die MTH enthält nur Meldungen, die in BA-Verfahren gebucht sind. Deren Nutzung nimmt in Arbeitsgemeinschaften/Getrennten Trägerschaften/getrennten Aufgabenwahrnehmungen zwischen 2005 und 2007 kontinuierlich zu. Ab März 2007 sind die Meldungen für diese Träger komplett. Meldungen, die zugelassene kommunale Träger über den Standard XSozial übermitteln, finden sich in der XMTH.
- Durch die Neuorganisation von SGB-II-Trägern 2011-2014 (siehe Abschnitt 4.1.2) kann es zur Aufspaltung der Dokumentation von Maßnahmeteilnahmen in der MTH und XMTH kommen, wenn es zu einer Umstellung des Meldeverfahrens kommt[3]. Dies kann sich in einem Split des Maßnahmespells, aber auch in Dopplungen niederschlagen (siehe Abschnitt 3.1.6).
- Bei Meldungen zum Überbrückungsgeld wird zum Teil die maximal zulässige Dauer von einem halben Jahr überschritten. Dies kann in den meisten Fällen durch eine Voreinstellung der Eingabemaske im Erfassungssystem erklärt werden.
- Die MTH wird um Bewerbermerkmale (z.B. Ausbildung) aus anderen BA-Verfahren ergänzt. Für diese Merkmale erfolgte im Jahr 2006 die Umstellung des operativen Verfahrens von coArb auf VerBIS. Es gelten hier die gleichen Qualitätseinschränkungen wie für die ASU.
XMTH
- In den Jahren 2005 bis 2007 sind die Meldungen von Maßnahmeteilnahmen lückenhaft. Die Höhe der Untererfassung ist wegen fehlender bzw. ungenauer Vergleichszahlen unklar.
- Ca. 13 % aller Grundsicherungsträger melden von 2005 bis Anfang 2017 fast keine kommunalen Eingliederungsleistungen (vormals Flankierende Leistungen), die u.a. in der zusammengefassten Kategorie „sonstige Förderung“ enthalten sind. Viele weitere Jobcenter melden nur zeitweise und / oder nur ausgewählte Arten. Das führt zu einer Untererfassung der „sonstigen Förderung“.
- Übererfassung von Teilnahmen: Die Gesamtbestände wirken ab Ende 2008 stabil. Bei der Mehrzahl der Träger sind aber auch danach zeitweise auffällige Lieferprofile zu registrieren, die Zweifel an der Qualität wecken. Erst die Einführung der XSozial-Förder-ID im Jahr 2009 und die mittlerweile mehrjährige Erfahrung aller Beteiligten stabilisieren das Meldegeschehen und die daran anschließende Datenverarbeitung. Auch die ab 2012 neu hinzukommenden zkT melden weit überwiegend unauffällig, so dass Umfang und Dauer mutmaßlicher Übererfassung merklich zurückgehen.
- Durch die Neuorganisation von SGB-II-Trägern 2011-2014 (siehe Abschnitt 4.1.2) kann es zur Aufspaltung der Dokumentation von Maßnahmeteilnahmen in der MTH und XMTH kommen, wenn es zu einer Umstellung des Meldeverfahrens kommt. Dies kann sich in einem Split des Maßnahmespells, aber auch in Dopplungen niederschlagen (siehe Abschnitt 3.1.6).
- Die über monatliche Stichtagsauszählungen in der XMTH erhaltenen Zahlen bzw. Personen unterscheiden sich in mehrfacher Hinsicht von den veröffentlichten BA-Statistiken.
[1] Siehe Paulus/Matthes, 2013, für Details zur Klassifikation der Berufe 2010.
[2] Die im Rahmen des Meldeverfahrens eingesetzten Prüfprogramme ließen bis einschließlich Mai 2012 leere Angaben beim Tätigkeitsschlüssel 2010 zu.
[3] Weitere Informationen zur Gebietsstruktur der SGB-II-Träger und relevanten Änderungen finden sich unter: https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Navigation/Grundlagen/Klassifikationen/Regionale-Gliederungen/Gebietsstruktur-Traeger-Grundsicherung-Nav.html
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7. Literatur
Das Literaturverzeichnis enthält alle im Text sowie in den Variablebeschreibungen innerhalb des Metadatenportals genannten Quellen.
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Bundesagentur für Arbeit (Hrsg.) (2005): Schlüsselverzeichnis für die Angaben zur Tätigkeit in den Meldungen zur Sozialversicherung. Ausgabe Januar 2005, Nürnberg.
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Bundesagentur für Arbeit (2009): Klassifikation der Wirtschaftszweige 1973, Nürnberg. URL: https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Grundlagen/Klassifikationen/Klassifikation-der-Wirtschaftszweige/Klassifikation-der-Wirtschaftszweige-1973-2003/Generische-Publikationen/WS-1973-Excel.xlsx?__blob=publicationFile&v=6 (Zugriff: 10.03.2025).
Bundesagentur für Arbeit (2021): Klassifikation der Berufe 2010 – überarbeitete Fassung 2020 Band 1: Systematischer und alphabetischer Teil mit Erläuterungen. Nürnberg. URL: https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Grundlagen/Klassifikationen/Klassifikation-der-Berufe/KldB2010-Fassung2020/Printausgabe-KldB-2010-Fassung2020/Generische-Publikationen/KldB2010-PDF-Version-Band1-Fassung2020.pdf?__blob=publicationFile&v=21 (Zugriff: 10.03.2025).
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Wermter, Winfried/ Cramer, Ulrich (1988): Wie hoch war der Beschäftigtenanstieg seit 1983? – Ein Diskussionsbeitrag aus der Sicht der Beschäftigtenstatistik der Bundesanstalt für Arbeit. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 4/88, S. 468-482.
-
8. Anhang
Labels, Auszählungen und fehlende Werte
Der Online-Anhang zum Datenreport stellt detaillierte Übersichten zu den einzelnen Merkmalen im Datenprodukt bereit. Er enthält Labellisten der einzelnen Ausprägungen, Auszählungen sowie Übersichten über den Anteil fehlender Werte (missings) getrennt nach Datenquellen. Sie finden den Anhang in gesonderten Dateien in deutscher und englischer Sprache unter: https://fdz.iab.de/
- https://doku.iab.de/fdz/reporte/2025/DR_02-25_frequencies_labels_de.zip
- https://doku.iab.de/fdz/reporte/2025/DR_02-25_frequencies_labels_en.zip
Abkürzungsverzeichnis
AA Agentur für Arbeit / Arbeitsamt ALG Arbeitslosengeld ARGE Arbeitsgemeinschaft ASU Arbeitsuchendenhistorik A2LL Arbeitslosengeld II – Leistungen zum Lebensunterhalt BA Bundesagentur für Arbeit BeH Beschäftigtenhistorik BfA Bundesversicherungsanstalt für Angestellte BG Bedarfsgemeinschaft BHP Betriebs-Historik-Panel BMAS Bundesministerium für Arbeit und Soziales coArb Computerunterstützte Arbeitsvermittlung
(operatives Verfahren zur Verwaltung der Vermittlung (Altverfahren))
DEÜV Verordnung über die Erfassung und Übermittlung von Daten für die Träger der Sozialversicherung – Datenerfassungs- und -übermittlungsverordnung – DEVO Zweite VO über die Erfassung von Daten für die Träger der Sozialversicherung und für die BA – Datenerfassungs-Verordnung – DIM Daten- und IT-Management DÜVO Zweite VO über die Datenübermittlung auf maschinell verwertbaren Datenträgern im Bereich der Sozialversicherung und der BA – Datenübermittlungs-Verordnung EDV Elektronische Datenverarbeitung FDZ Forschungsdatenzentrum der Bundesagentur für Arbeit am IAB FELEG Gesetz zur Förderung der Einstellung der landwirtschaftlichen Erwerbstätigkeit gAw Träger mit getrennter Aufgabenwahrnehmung gE Gemeinsame Einrichtungen gT Getrennte Trägerschaft IAB Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IEB Integrierte Erwerbsbiografien ISIC International Standard Industrial Classification of All Economic Activities KldB Klassifikation der Berufe LeH Leistungsempfängerhistorik LHG Leistungshistorik Grundsicherung LVA Landesversicherungsanstalt MTH Maßnahmeteilnahmehistorik NACE Nomenclature génerale des activités économiques dans les communautés européennes NUTS Nomenclature des unités territoriales statistiques SGB Sozialgesetzbuch SIAB Stichprobe der Integrierten Arbeitsmarktbiografien VerBIS Vermittlungs- und Beratungsinformationssystem XASU Arbeitsuchendenhistorik aus XSozial-BA-SGB II XMTH Maßnahmeteilnahmehistorik aus XSozial-BA-SGB II zkT Zugelassene kommunale Träger Umschlüsselung der Ausprägungen der Variablen „grund" für die Quelle ASU
Ab dem 26.04.2003 erfolgte eine Reduktion der Merkmalsausprägungen. Für Auswertungen über längere Zeiträume können die alten Werte auf die aktuell gültigen anhand folgender Regeln umgeschlüsselt werden:
229 auf 260, 230 auf 260, 231 auf 261, 232 auf 260, 233 auf 260, 234 auf 260, 235 auf 260, 236 auf 261, 237 auf 266, 238 auf 266, 239 auf 271, 240 auf 269, 242 auf 265, 243 auf 270, 244 auf 274, 245 auf 277, 246 auf 267, 247 auf 267, 248 auf 278, 249 auf 269, 250 auf 275, 251 auf 274, 252 auf 276, 253 auf 268, 254 auf 278