Inhalt

  • 1. Einleitung

    Das IAB-Betriebspanel (IAB-BP) ist eine jährliche repräsentative Arbeitgeberbefragung zu
    betrieblichen Determinanten der Beschäftigung. Die Erhebung wird seit 1993 in Westdeutschland und seit 1996 auch in Ostdeutschland durchgeführt. Sie stellt die zentrale Quelle für Analysen zur Arbeitskräftenachfrage auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland dar.

    Jährlich werden von Ende Juni bis Oktober bundesweit rund 14.900 Betriebe aller
    Wirtschaftszweige und Größenklassen befragt. Die Befragung wird im Mixed-Mode als Online-Interview zum Selbstausfüllen, in persönlich-mündlichen odertelefonischen Interviews von Verian im Auftrag des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) durchgeführt.

    Die besondere Bedeutung dieser repräsentativen Betriebsbefragung, die ein breites Fragenspektrum zu einer Vielzahl beschäftigungspolitischer Themen umfasst, wird in einem Brief der Vorsitzenden des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit (BA) angekündigt.

    Ergänzt wird das jährliche Standard-Fragenprogramm um jeweils aktuelle Themenschwerpunkte. Mittlerweile existiert das IAB-Betriebspanel in Westdeutschland seit 1993 und in Ostdeutschland seit 1996 und stellt als umfassender Längsschnittdatensatz die Grundlage für die Erforschung der Nachfrageseite des Arbeitsmarktes dar. Die Angaben der Betriebe sollen helfen, die Vermittlungs- und Beratungstätigkeiten der BA näher an der betrieblichen Realität zu orientieren. Die Analysen werden auch zur Entscheidungsfindung von Politik, Tarifparteien und Verbänden genutzt.

    Dieser Datenreport dokumentiert die Daten des IAB-Betriebspanels 1993-2024 (IAB-BP 9324). Er enthält Informationen über die Inhalte der Befragung, Erhebungsmethode, Stichprobenziehung, Datenaufbereitung, Anonymisierung, Gewichtung und Datenorganisation.1 Fragebögen, sowie eine Variablenübersicht sind separat über das Forschungsdatenzentrum (FDZ) der BA im IAB erhältlich (https://fdz.iab.de/unsere-datenprodukte/betriebsdaten/iab-betriebspanel/).2

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    1 Weiterhin können administrative Betriebsinformationen aus dem Betriebs-Historik-Panel (BHP, siehe https://fdz.iab.de/unsere-datenprodukte/betriebsdaten/bhp/) den im IAB-Betriebspanel befragten Betrieben zugespielt werden. Details finden sich in Abschnitt 6.2 des Datenreports zum IAB-Betriebspanel (IAB-BP) – Version 9324.

    2 Für das IAB-Betriebspanel stehen auch englische Variablen- und Wertelabels zur Verfügung. In Stata können die englischen Labels mit dem Befehl "label language en" aktiviert werden.

  • 2. Datenbeschreibung

    Veränderungen zum IAB-BP 9323

    Im Betriebspanel der Welle 2024 (IABBP_2024.dta) werden keine Region-Variablen mehr zur
    Verfügung gestellt. Die Bundesland Variable (bula*) ist weiterhin im Datensatz verfügbar.
    Konkret handelt es sich um folgende Variablen:

    • by* (Bayern)
    • byreg* (Bayern: Regierungsbezirke)
    • bystr* (Bayern: Regionalabgrenzung)
    • hb* (Bremen/Bremerhaven)
    • he* (Hessen: Regierungsbezirke)
    • rpbez* (Rheinland-Pfalz Bezirke)
    • rp* (Rheinland-Pfalz: Regionen)
    • sl* (Saarland: AA-Bezirke)
    • sn* (Sachsen: Regierungsbezirke)
    • bb* (Brandenburg: Region)

    Mengengerüst

    Die Betriebsbefragung setzt sich in jeder Welle zu Teilen aus Erst- und Wiederbefragten zusammen. Tabelle 2 zeigt die Fallzahlen für die Querschnittsfälle sowie die Zusammensetzung der bereitgestellten Datensätze.

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    Tabelle 2: Mengengerüst

    Datensatz Jahr Nettostichprobenumfang Anzahl Erstbefragte Anzahl Wiederbefragt
    IABBP_1993.dta
    IABBP_1994.dta
    IABBP_1995.dta
    IABBP_1996.dta
    IABBP_1997.dta
    IABBP_1998.dta
    IABBP_1999.dta
    IABBP_2000.dta
    IABBP_2001.dta
    IABBP_2002.dta
    IABBP_2003.dta
    IABBP_2004.dta
    IABBP_2005.dta
    IABBP_2006.dta
    IABBP_2007.dta
    IABBP_2008.dta
    IABBP_2009.dta
    IABBP_2010.dta
    IABBP_2011.dta
    IABBP_2012.dta
    IABBP_2013.dta
    IABBP_2014.dta
    IABBP_2015.dta
    IABBP_2016.dta
    IABBP_2017.dta
    IABBP_2018.dta
    IABBP_2019.dta
    IABBP_2020.dta
    IABBP_2021.dta
    IABBP_2022.dta
    IABBP_2023.dta
    IABBP_2024.dta
    1993
    1994
    1995
    1996
    1997
    1998
    1999
    2000
    2001
    2002
    2003
    2004
    2005
    2006
    2007
    2008
    2009
    2010
    2011
    2012
    2013
    2014
    2015
    2016
    2017
    2018
    2019
    2020
    2021
    2022
    2023
    2024
    4.265
    4.138
    4.096
    8.342
    8.850
    9.194
    9.762
    13.931
    15.536
    15.407
    15.856
    15.689
    15.821
    15.449
    15.643
    15.455
    15.522
    15.614
    15.283
    15.556
    15.725
    15.577
    15.500
    15.341
    15.421
    15.263
    15.438
    16.686
    15.217
    14.575
    14.700
    15.857
    4.265
    238
    511
    4.845
    1.522
    1.946
    2.220
    5.503
    4.167
    3.327
    3.742
    2.564
    2.714
    2.511
    2.883
    2.566
    2.716
    2.766
    1.784
    2.698
    2.494
    2.576
    2.394
    2.327
    2.577
    2.710
    3.861
    5.892
    3.131
    3.095
    4.464
    5.206
    0
    3.900
    3.585
    3.497
    7.328
    7.248
    7.542
    8.428
    11.369
    12.080
    12.114
    13.125
    13.107
    12.938
    12.760
    12.889
    12.806
    12.848
    13.499
    12.858
    13.231
    13.001
    13.106
    13.014
    12.844
    12.553
    11.577
    10.794
    12.086
    11.480
    10.236
    10.651

     

  • 3. Datenerhebung

    Fragebogenentwicklung und Modulsystem

    Die inhaltliche und methodische Konzeption des IAB-Betriebspanels wird vom zuständigen Team des IAB erarbeitet. Die Durchführung der Befragung erfolgt durch Verian. Der Panelcharakter des IAB-Betriebspanels wird auch bei der Entwicklung des Fragebogens berücksichtigt. Die Fragebögen enthalten zwei Arten von Fragen-Modulen: In jeder Welle werden sog. Basismodule mit möglichst unveränderten Fragen eingesetzt. Diese betrieblichen Basisinformationen sind seit 2008 für jedes Jahr vorhanden. Die Basismodule werden durch Zusatzmodule ergänzt. In diesen werden in zeitlich definierten Abständen – meistens in einem zweijährigen Turnus – vertiefende Fragen gestellt. Ein Beispiel für die Wellen 2020 bis 2024 findet sich in Tabelle 3.

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    Tabelle 3: Basis- und Zusatzmodule

      2020 2021 2022 2023 2024
    Basismodule          
    Beschäftigungsentwicklung X X X X X
    Geschäftspolitik und -entwicklung X X X X X
    Investitionen und Innovationen X X X X X
    Personalstruktur X X X X X
    Personalbewegung inkl. Personalsuche X X X X X
    Berufsausbildung X X X X X
    Weiterbildung Basis X X X X X
    Arbeitszeiten Basis X X X X X
    Löhne und Gehälter X X X X X
    Allgemeine Angaben zum Betrieb X X X X X
    2-jährige Zusatzmodule          
    Weiterbildung   X   X  
    Innovationen im Betrieb   X   X  
    Organisatorische Änderungen   X   X  
    Frauen in Führungspositionen X   X   X
    Altersstruktur der Beschäftigten   X   X  
    Gewinn- und Kapitelbeteiligung   X   X  
    Betriebliche Arbeitszeiten/Schwankungen X   X   X

    In jedem Jahr gibt es außerdem zusätzlich zu den Basismodul-Fragen sogenannte Schwerpunktfragen. In der Kurzbeschreibung sind die Themen gelistet, die in den Fragebögen außerhalb des Modulsystems aufgenommen wurden.

    Die Fragebögen sind über das FDZ erhältlich. Eine Übersicht zu den Fragen über die Befragungswellen hinweg bietet außerdem das Excel-File „Variablenliste“, welches ebenfalls über die Internetseite des FDZ verfügbar ist: https://fdz.iab.de/unsere-datenprodukte/betriebsdaten/iab-betriebspanel/.

    Zur Qualitätssicherung werden in einem kognitiven Pretest neue Fragen daraufhin getestet, ob sie für eine Betriebsbefragung prinzipiell geeignet erscheinen und ob die Betriebe voraussichtlich über die abgefragten Sachverhalte auskunftsfähig sind, also die gewünschten Informationen auf Betriebsebene vorliegen. Dazu werden in rund 80 Betrieben aus unterschiedlichen Branchen und Betriebsgrößenklassen Interviews durchgeführt. Das Pretest-Interview besteht aus zwei Teilen. Die Testperson wird zunächst gebeten, den Fragebogen zu beantworten. Der zweite Schritt beinhaltet dann den eigentlichen kognitiven Test. Die Betriebe werden gebeten, jede Frage zu kommentieren, und außerdem gefragt, ob sie bei der Beantwortung Schwierigkeiten hatten. Von besonderem Erkenntnisinteresse sind die Auskunftsfähigkeit der Betriebe sowie Verständnisschwierigkeiten und Interpretationsprobleme. Die Ergebnisse des kognitiven Pretests fließen in die weitere Fragenentwicklung ein. Der Pretest wird von speziell geschulten Projektmitarbeitenden des IAB durchgeführt.

    Grundgesamtheit und Stichprobenziehung

    Die Grundgesamtheit des IAB-Betriebspanels umfasst alle Betriebsstätten mit mindestens einer oder einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zum Stichtag 30. Juni des Vorjahres. Basis der Stichprobenziehung ist die Betriebsdatei der BA. Sie enthält alle Betriebe, die im Rahmen des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung ihre sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an die Sozialversicherungsträger melden und eine Betriebsnummer erhalten. Zum Stichtag 30. Juni 2023 enthielt die Grundgesamtheit 420 Tsd. Betriebe für Ostdeutschland und 1.704 Tsd. Betriebe für Westdeutschland. Betriebe ohne sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – z. B. Ein-Personen-Betriebe oder Betriebe, die nur geringfügig Beschäftigte, Beamte oder Beamtinnen beschäftigen – werden vom IAB-Betriebspanel nicht erfasst. Seit 2004 sind zudem private Haushalte und exterritoriale Organisationen ausgeschlossen. Aus diesem Grund weisen z. B. die volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen der Länder deutlich mehr Personen aus als das IAB-Betriebspanel.

    Die Stichprobe ist nach Betriebsgröße (10 Kategorien), Branche (20 Kategorien1) und Bundesland (16 Kategorien) disproportional geschichtet (zur Branchen- und Größenklassenaufteilung siehe Tabelle 4 und Tabelle 5). Für die Branchengliederung wird seit der Erhebungswelle 2009 die Wirtschaftszweigklassifikation WZ 2008 herangezogen. Die Sollbesetzung der einzelnen Zellen wird zum einen durch den Umfang der Basisstichprobe sowie der länder- und branchenspezifischen Aufstockungsstichproben vorgegeben. Zum anderen werden die einzelnen Zellen nach dem „Prinzip der optimalen Schichtung“ näherungsweise beschäftigtenproportional gezogen. Große Betriebe, kleine Bundesländer und kleine Branchen sowie das Verarbeitende Gewerbe in Ostdeutschland sind aus diesen Gründen in der Stichprobe überproportional vertreten. Diese Disproportionalitäten werden im Rahmen der Gewichtung wieder ausgeglichen (siehe Kapitel 5.2, 5.3 sowie den Anhang des Datenreports zum IAB-Betriebspanel (IAB-BP) – Version 9324.).

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    Tabelle 4: Branchengliederung nach 20 Wirtschaftszweigen (WZ 2008) für die Stichprobenziehung und die Querschnittgewichtung seit der Welle 2023

    Code Branche (Variablen: br*fb*) WZ 2008
    1 Land- und Forstwirtschaft, Fischerei 01-03
    2 Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden, Energie und Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung 05-09, 35-39

    3 Nahrungs- und Genussmittel 10-12
    4 Verbrauchsgüter 13-18
    5 Produktionsgüter 19-24
    6 Investitions- und Gebrauchsgüter 25-33
    7 Baugewerbe 41-43
    8 Großhandel, KFZ-Handel und -reparatur 45-46
    9 Einzelhandel 47
    10 Verkehr und Lagerei 49-53
    11 Information und Kommunikation 58-63
    12 Gastgewerbe 55-56
    13 Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 64-66
    14 Wirtschaftliche, wissenschaftliche und freiberufliche Dienstleistungen 68-82

    15 Erziehung und Unterricht 85
    16 Gesundheitswesen 86
    17 Sozialwesen 87-88
    18 Sonstige Dienstleistungen 90-93, 95-96
    19 Interessenvertretungen 94
    20 Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung 84

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    Tabelle 5: Betriebsgrößenklassen für die Stichprobenziehung und die Querschnittgewichtung

    Größenklasse Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Variablen: grkl*)
    1 1 bis 4
    2 5 bis 9
    3 10 bis 19
    4 20 bis 49
    5 50 bis 99
    6 100 bis 199
    7 200 bis 499
    8 500 bis 999
    9 1.000 bis 4.999
    10 5.000 und mehr

    Es gibt insgesamt drei Teilstichproben:

    • Wiederholerstichprobe: Sie umfasst alle teilnahmebereiten Betriebe mit einem gültigen Interview aus dem Vorjahr. Die Wiederholerstichprobe spiegelt den Panelcharakter des IAB-Betriebspanels wider. Sie ist notwendig, damit man über reine Zeitreihenanalysen hinausgehend Panelauswertungen durchführen kann.
    • Nachbearbeitungsstichprobe: Sie umfasst alle teilnahmebereiten Betriebe mit einem gültigen Interview aus dem Vorjahr. Diese Teilstichprobe erhöht die im Querschnitt auswertbare Anzahl von Fällen.
    • Ergänzungs- und Aufstockungsstichprobe:
      • Teilstichprobe „Verarbeitendes Gewerbe Ost“: In Ostdeutschland (ohne Berlin) wurde die Stichprobe wie in den Vorjahren für eine Sonderauswertung durch das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) speziell im Verarbeitenden Gewerbe aufgestockt. Diese Aufstockungsstichprobe bezieht sich ab 2007 nur noch auf die ostdeutschen Länder ohne Berlin.
      • Teilstichproben für landesspezifische Auswertungen: In insgesamt 12 der 16 Bundesländer wurde die Basisstichprobe des IAB-Betriebspanels im Jahr 2024 aus Landesmitteln auf mindestens 800 auswertbare Fälle aufgestockt, um landesspezifische Auswertungen zu ermöglichen. Dies betrifft im Jahr 2024 das Land Berlin und sämtliche ostdeutschen Bundesländer (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) sowie sechs der westdeutschen Bundesländer (Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland).
      • Ergänzungsstichprobe: Eine vom IAB neu aus der Betriebsdatei der Bundesagentur für Arbeit gezogene Stichprobe erstmals zu befragender Betriebe zum Ausgleich der Panelmortalität und zur laufenden Anpassung der Stichprobe an den wirtschaftlichen Strukturwandel (neue Betriebsnummern).

    Logik der Betriebsnummer

    Die Betriebe für die Bruttostichprobe werden aus der Betriebsdatei der BA gezogen. Es handelt sich demnach bei einem Betrieb um eine regional und wirtschaftlich abgegrenzte Einheit mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Für jeden Betrieb wird von der zuständigen Arbeitsagentur eine achtstellige Betriebsnummer vergeben, über die Betriebe ihre sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, Minijobber und Auszubildenden zur Sozialversicherung an die Sozialversicherungsträger melden. Anstelle dieser ursprünglichen Betriebsnummer wird für wissenschaftliche Auswertungen eine pseudonymisierte Betriebsnummer bereitgestellt, die sogenannte „betnr“.2

    Bei der Vergabe von Betriebsnummern gilt:

    • Niederlassungen eines Arbeitgebers in verschiedenen Gemeinden erhalten grundsätzlich eine eigene Betriebsnummer.
    • Niederlassungen eines Arbeitgebers innerhalb einer Gemeinde werden zu einem Betrieb mit einer Betriebsnummer zusammengefasst, sofern diese dieselbe wirtschaftliche Tätigkeit ausüben. Niederlassungen eines Arbeitgebers innerhalb einer Gemeinde mit unterschiedlichen wirtschaftlichen Tätigkeiten erhalten eine eigene Betriebsnummer.
    • Ein Betrieb selbst kann mehrere Betriebsnummern haben; das gilt insbesondere für größere Betriebe mit unterschiedlichen Funktionsbereichen, die verwaltungstechnisch eigenständig sein sollen.
    • Unternehmensverflechtungen spielen keine Rolle. Jedes rechtlich eigenständige Unternehmen bekommt nach den eben genannten Regeln Betriebsnummern zugewiesen.

    Betriebsnummern werden (neu) vergeben, wenn

    • der Betrieb zuvor noch keine Betriebsnummer hatte (i. d. R., weil der Betrieb zum ersten Mal mindestens eine oder einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat),
    • sich die wirtschaftliche Tätigkeit des Betriebs geändert hat oder
    • sich die Eigentumsverhältnisse ändern.

    Immer wenn eine Betriebsnummer neu für die Stichprobe gezogen wird, vergibt das Erhebungsinstitut Verian eine eigene Identifikationsnummer für das IAB-Betriebspanel, die sogenannte „idnum“. In der Regel ist eine „betnr“ eineindeutig einer „idnum“ zugewiesen. In seltenen Fällen kann es jedoch zu folgenden Ausnahmen kommen:

    • Einer „idnum“ sind mehrere „betnr“ zugeordnet

    Es kann vorkommen, dass über die Jahre hinweg einer „idnum“ mehrere „betnr“ zugeordnet sind. Dies kann beispielsweise dann auftreten, wenn ein Betrieb seinen wirtschaftlichen Schwerpunkt verändert hat oder wenn es zu einem Eigentümerwechsel kam. Der Betrieb bekommt dann von der BA eine neue „betnr“, die „idnum“ ändert sich jedoch nicht, weil Verian nur bei erstbefragten Betrieben die Zuordnung „idnum“ - „betnr“ vornimmt. In den Folgejahren nach dem ersten Interview bleibt die „idnum“ somit unverändert.

    • Einer „betnr“ sind mehrere „idnum“ zugeordnet

    Seit 2002 konnten vormals befragte Betriebe, die bis dahin für die Stichprobenziehung ausgeschlossen wurden, erneut gezogen werden. Sie erhielten dann eine neue „idnum“, haben aber die gleiche „betnr“.

    Seit der Version IAB-BP 9321 werden die Kombinationen von „betnr“ und „idnum“ so bereinigt, dass es für ein gegebenes Jahr nur noch eindeutige Zuordnungen gibt. Die Zuspielung von administrativen Daten erfolgt dann anhand der „idnum“ (siehe Abschnitt 6.2 des Datenreports zum IAB-Betriebspanel (IAB-BP) – Version 9324). Die „betnr“ wird aus dem Datenprodukt entfernt.

    Schließlich sei noch darauf hingewiesen, dass Neugründungen nicht über das erste Auftreten einer „idnum“ identifiziert werden können. Zur Identifikation von Neugründungen empfiehlt es sich, entweder die Befragungsdaten über das Merkmal „neuYYYY“ oder das BHP-Erweiterungsmodul „Betriebsdynamik“ auszuwerten. Das Verfahren zur Identifikation von Neugründungen mit Hilfe der BHP-Daten ist in Ganzer et al. (2022) beschrieben. Dabei sei insbesondere auf Hethey & Schmieder (2010) und Hethey-Maier & Schmieder (2013) verwiesen.

    Feldarbeit

    Die Datenerhebung wird von geschulten Interviewenden aus dem Stab von Verian durchgeführt. Dabei kommt ein elektronischer Fragebogen zum Einsatz. Dieser ist so gestaltet, dass der Fragebogen sowohl von den Interviewenden als auch vom Betrieb selbst ausgefüllt werden kann. Seit der Welle 2024 werden keine Papierfragebögen mehr verwendet.

    Die Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie sowie die seitdem deutliche Zunahme an Homeoffice seitens der betrieblichen Ansprechpersonen führten seit der Welle 2020 dazu, dass auch telefonische Interviews zugelassen sind; siehe Tabelle 6.

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    Tabelle 6: Übersicht über die Durchführungsart der Interviews

    Welle 2021 2022 2023 2024 2024 2024
    Durchführungsart Gesamt Gesamt Gesamt Gesamt Wiederholer Erstbefragte (inkl. temp. Ausfälle)
    ganz telefonisch durchgeführt 48,1% 50,9% 42,7% 32,9% 31,7% 33,5%
    ganz persönlich-mündlich durchgeführt 7,3% 6,8% 9,0% 10,2% 10,8% 8,9%
    teilweise telefonisch durchgeführt 1,0% 1,8% 0,4% 3,1% 3,9% 1,5%
    teilweise persönlich-mündlich durchgeführt 0,1% 0,0% 0,2% 0,6% 0,8% 0,2%
    ganz von den Befragten selbst ausgefüllt 43,5% 40,4% 47,6% 53,1% 51,8% 56,0%

    Der Einsatz von geschulten Interviewenden führt dazu, dass die ausgefüllten Fragebögen grundsätzlich weniger Fehler aufweisen als die im Selbstausfüllermodus erhobenen und der Anteil fehlender Angaben niedriger ist. Grundsätzlich beinhaltet das computergestützte Erhebungsinstrument eine automatisierte Filterung, vorgegebene Wertebereiche sowie ausgewählte Plausibilitätschecks, um auch im Selbstausfüllermodus fehlerhafte Eingaben möglichst gering zu halten.

    Die Befragungsart variiert erheblich in Abhängigkeit von der Betriebsgröße: Der Anteil der vollständig durch Interviewende befragten Betriebe (persönlich-mündlich oder telefonisch) nimmt mit zunehmender Betriebsgröße ab (von 65 Prozent bei den Kleinstbetrieben mit 1 bis 4 Beschäftigten bis 38 Prozent bei den Großbetrieben mit 5.000 und mehr Beschäftigten). Denn je größer die Betriebe sind, desto häufiger können die Auskunftspersonen insbesondere die komplexen quantitativen Angaben zur Beschäftigtenstruktur, zur Personalsuche, zu Einstellungen und Entlassungen, zur Ausbildung, zum Geschäftsvolumen und zu den Investitionen nur nach aufwendigen Vorarbeiten bereitstellen.

    Die Feldarbeit für die Welle 2024 begann am 01. Juli 2024, das letzte digitale Interview wurde am 18. November 2024 angenommen. Aus dem in der Feldarbeit eingesetzten Brutto von 72.677 Betrieben konnten insgesamt 16.246 auswertbare Interviews realisiert werden (siehe Tabelle 7). Die Teilnahme an der Befragung erfolgt auf freiwilliger Basis. Für die Befragung ausgewählte Betriebe erhalten ein Anschreiben vom Vorstand der BA, in dem sie um Teilnahme an der Befragung gebeten werden. Des Weiteren enthält das Anschreiben Informationen zur Zielsetzung der Studie und Hinweise zum Datenschutz.

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    Tabelle 7: Anzahl der auswertbaren Interviews und Ausschöpfungsrate im Jahr 2024

    Teilstichproben  eingesetztes Brutto
    (absolut)
    Auswertbare Interviews... Auswertbare Interviews...
        absolut in % vom Brutto
    Wiederholerstichprobe 14.645 10.541 72,0%
    Nachbearbeitungsstichprobe 1.453 499 34,3%
    Erstbefragtenstichprobe 56.579 5.206 9,2%
    Gesamt 72.677 16.246 22,4%

    ___________________________________________________________________________


    1 Vom Erhebungsjahr 2010 bis 2022 galt eine 19er Branchengliederung. Im Erhebungsjahr 2023 wurden die Branchen Gesundheitswesen und Sozialwesen für die Stichprobenziehung getrennt.

    2 Für weiterführende Informationen zur Betriebsnummer siehe: https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/betriebsnummern-service/alles-wichtige.

    Literatur

    Ganzer, Andreas, Alexandra Schmucker, Jens Stegmaier & Stefanie Wolter (2022): Betriebs-Historik-Panel 1975-2021. (FDZ-Datenreport 12/2022 (de)), Nürnberg, 116 S. DOI:10.5164/IAB.FDZD.2212.de.v1

    Hethey, Tanja; Schmieder, Johannes F. (2010): Using worker flows in the analysis of establishment turnover - Evidence from German administrative data. FDZ-Methodenreport, 06/2010 (en), Nürnberg.

    Hethey-Maier, Tanja; Schmieder, Johannes F. (2013): Does the use of worker flows improve the analysis of establishment turnover? Evidence from German administrative data. In: Schmollers Jahrbuch. Zeitschrift für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Jg. 133, H. 4, S. 477–510.

  • 4. Datenaufbereitung

    Datenprüfung und Datenbereinigung 

    Ein Teil der Datenprüfung erfolgt automatisch über die vom Befragungsinstitut verwendete Software während der Befragung. Diese stellt sicher, dass alle numerischen Angaben ausschließlich in den zuvor definierten Wertebereichen liegen. Des Weiteren wurden für einige numerische Angaben Plausibilitätsroutinen implementiert.

    Parallel zur Feldarbeit werden die bereits erhobenen Daten auf Vollständigkeit, Konsistenz und Plausibilität sowohl im Querschnitt als auch im Längsschnitt geprüft. Dabei werden vier Prüfungsarten unterschieden:

    • Filterfehler: Wurde die Filteranweisung in der vorgesehenen Weise beachtet oder haben Betriebe fälschlicherweise eine Frage beantwortet bzw. nicht beantwortet?
    • Vollständigkeitsprüfungen: Bei ausgewählten Fragen wird geprüft, ob die Frage beantwortet wurde. Dies betrifft vor allem Fragen, die für die Gewichtung relevant sind, wie die Frage nach der Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
    • Plausibilitätsprüfungen: Bei diesen Prüfungen werden Angaben überprüft, die im Regelfall unwahrscheinlich sind, aber in der Praxis durchaus vorkommen können. Ein Beispiel für solch eine Prüfung ist die Überprüfung des Pro-Kopf-Einkommens. Bei verhält­nismäßig niedrigen oder verhältnismäßig hohen Werten schlägt die Prüfung an.
    • Konsistenzprüfungen: Diese Prüfungen beziehen sich auf logische Beziehungen zwischen verschiedenen Antworten. Konsistenzkriterien werden z. B. verletzt, wenn der Fragebogen widersprüchliche Angaben enthält. Zu den Konsistenzprüfungen gehört z. B. das Abprüfen der angegebenen Gesamtsumme in einer Frage mit der Summe der Einzelwerte.

    Wenn fehlende oder fehlerhafte Angaben anhand des Fragebogens nicht ergänzt bzw. korrigiert werden können, wird im Rahmen einer telefonischen Nachbefragung versucht, zusammen mit der Zielperson eine Klärung herbeizuführen. Im Ergebnis werden fehlende Angaben ergänzt und fehlerhafte Angaben korrigiert. Bei Plausibilitätsprüfungen werden nach Rücksprache mit dem Betrieb unplausible Werte bei einer plausiblen Begründung freigesetzt – der Wert also trotz Verletzung der Prüfbedingung als in Ordnung angesehen.

    Der Umgang mit fehlenden Werten

    In einigen Fragestellungen beinhaltet die „Weiß nicht“-Kategorie eine verwertbare Information und kann zu Analysezwecken verwendet werden. So gibt es z. B. Fragen mit der Antwortkategorie „Weiß noch nicht“, „Kann ich noch nicht sagen“ oder „Kann ich nicht sagen“. In solchen Fällen erhält die entsprechende Variable im Datensatz einen eigenen Code.

    Bei allen anderen Fragen gibt es keine gesonderte Antwortkategorie „Weiß nicht“ (oder eine inhaltlich gleichgerichtete Kategorie), weshalb diese Kategorie grundsätzlich nicht separat ausgewiesen werden kann. Wurde eine Frage von der Zielperson nicht beantwortet (z. B. weil die Zielperson die Antwort nicht weiß oder über den Sachverhalt keine Auskunft geben will), so erhält die entsprechende Variable im Datensatz den Code „-9“ für „Weiß nicht/Keine Angabe“.

    Tabelle 8 gibt einen Überblick über die Fragen mit sehr hohen Anteilen (5 Prozent und mehr) fehlender Werte. Fragen des Kapitels „Weitere Fragen an die Auskunft gebende Person“ sind nicht berücksichtigt. Bei einer Auswertung von Variablen mit vielen fehlenden Angaben sollten dadurch bedingte mögliche Verzerrungen berücksichtigt werden. Die Quoten fehlender Angaben beziehen sich auf die Querschnittfälle. Sofern die betreffenden Fragen auch im Vorjahr gestellt wurden, sind die damaligen KA-Anteile zum Vergleich mit angegeben.

    ___________________________________________________________________________

    Tabelle 8: Inhaltliche Fragen mit hohen (5 Prozent oder mehr) Antwortausfällen (k.A.); nur Querschnittsfälle

    Frage/Variable Inhalt Einheit KA-Anteil 2024* KA-Anteil 2023*
    bf59lohn Brutto-/Gehaltssumme Juni 2024 (EUR) EUR 21,2% 22,2%
    bf41gvol Geschäftsvolumen 2023 (EUR) EUR 17,3% 17,7%
    bf17vor

    Anteil Vorleistungen; Fremdkosten am Umsatz 2023 (Prozent)

    Prozent 15,0% 15,5%
    bf23inv Summe aller Investitionen 2023 (EUR) EUR 8,5% 6,9%
    bf24erw Anteil Erweiterungsinvestitionen 2023 (Prozent) Prozent 8,5% 7,6%
    bf20proz Erwartete Entwicklung Geschäftsvolumen 2023 -> 2024 (Prozent) Prozent 8,2% 5,7%
    bf62e Geförderte Weiterbildung: Arbeitsplatzwechsel Anzahl 6,2% 4,1%
    bf62g Geförderte Weiterbildung: Qualitätszirkel, Werkstattzirkel, Lernstatt und Beteiligungsgruppe Anzahl 6,1% 3,8%
    bf62h Geförderte Weiterbildung: Sonstig Weiterbildungsmaßnahmen Anzahl 5,3% 4,2%

    * In Prozent der Fälle (ungewichtet), die die entsprechende Frage zu beantworten hatten.

  • 5. Datenorganisation

    Kennzeichnung von Teilgruppen für Auswertungen und Gewichtung

    Um den Nutzenden des IAB-Betriebspanels die Identifikation verschiedener Teilgruppen für Querschnitts- und insbesondere für Längsschnittauswertungen zu erleichtern, wurden die relevanten Teilgruppen gekennzeichnet. Dazu müssen folgende Informationen in geeigneter Weise in Verbindung gebracht werden:

    • Feldergebnis der laufenden Welle (auswertbares Interview mit/ohne sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zum Stichtag, Betrieb erloschen, nachbefragbare/endgültige Ausfälle).
    • Wurde der Betrieb in der vorherigen Welle befragt (Antwort aus der vorherigen Welle, wiederbefragbare Ausfälle aus der vorherigen Welle, Ergänzungsstichprobe)?
    • Identität der befragten Betriebseinheit (Wurde derselbe Betrieb befragt wie beim letzten Mal)?

    Dafür wurde folgendes Konzept entwickelt:

    • Jeder Fall erhält in jeder Welle eine eindeutige Kennzeichnung, die die o. g. Kriterien berücksichtigt. Dieses sog. Wellenkennzeichen ist in der Variablen „wellYYYY“ abgespeichert, wobei YYYY für das Jahr steht, in dem die Erhebung stattgefunden hat (also well1993 für Welle 1 im Jahr 1993, well1994 für Welle 2 im Jahr 1994 usw.). Diese Kennzeichnung erfolgt mit Hilfe eines Buchstabens (siehe Tabelle 9).

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    Tabelle 9: Gruppenkennzeichen in der Variable wellYYYY

      Kennbuchstaben mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am jeweiligen Stichtag (30.06.) Kennbuchstaben ohne sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am jeweiligen Stichtag (30.06.)
    Fälle mit Interview in der laufenden Welle    
    Erstmals (= zum Ziehungszeitpunkt) befragte Fälle aus der Basisstichprobe und den jeweiligen Ergänzungs- bzw. Aufstockungsstichproben  A nicht zulässig

    Wiederholt befragte Fälle, mit Interview im Vorjahr

       

    selbe Einheit wie im Vorjahr befragt

    B C

    andere Einheit als im Vorjahr befragt

    D nicht zulässig

    ohne Interview im Vorjahr

    E nicht zulässig

    Fälle ohne Interview in der laufenden Welle

       

    Ausfall, in Zukunft wieder befragbar

    H  

    Erstbefragte ohne endgültigen Ausfall

    I  

    Fälle aus früheren Aufstockungen, die nicht mehr weiter befragt werden

    W  

    Ausfall, nicht mehr befragbar

    X  

    Betrieb erloschen (lt. Feldergebnis, Editing bzw. BA-Datei)

       

    in der laufenden Welle

    Y  

    bereits früher

    Z  

    Für Querschnittauswertungen stehen alle Fälle mit den Kennbuchstaben A, B, D und E aus der laufenden Welle zur Verfügung (vgl. Kapitel 5.2 des Datenreports zum IAB-Betriebspanel (IAB-BP) – Version 9324).

    Die Definition von Panelfällen (vgl. Kapitel 5.3 des Datenreports zum IAB-Betriebspanel (IAB-BP) – Version 9324) umfasst alle Fälle mit den Kennzeichen B, C oder Y, Z aus der laufenden Welle, die in der unmittelbar vorangehenden Welle bereits ein Panelfall waren, sowie alle „neuen Betriebsnummern“ unter den mit A gekennzeichneten Fällen aus der laufenden Welle.

    Querschnittsauswertung

    Als Querschnittsfälle werden alle Fälle bezeichnet, die am 30. Juni des Vorjahres mindestens eine oder einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hatten und im aktuellen Befragungsjahr ein gültiges Interview gegeben haben. Wegen des disproportionalen Stichprobenansatzes müssen deskriptive Auswertungen gewichtet durchgeführt werden. Bei einer disproportionalen Stichprobenanlage führen Auswertungen mit ungewichteten Daten zu nicht-repräsentativen Ergebnissen.

    Die Gewichtung ist aufgrund des in Bezug auf Betriebsgröße, Branche und Bundesland dis­proportionalen Stichprobenansatzes sowie zum Ausgleich möglicher Differenzen zwischen Ist- und Sollstärke der einzelnen Schichtungszellen nötig (vgl. hierzu auch Abschnitt 8.1 im Anhang des Datenreports zum IAB-Betriebspanel (IAB-BP) – Version 9324).

    Die Gewichtung des IAB-Betriebspanels erfolgt grundsätzlich in Form einer Hochrechnung auf die Grundgesamtheit. Dies gilt für die Anzahl der Betriebe in der Grundgesamtheit, also für Gesamt-, aber auch für Ost- und Westdeutschland und für die einzelnen Bundesländer sowie für die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes in Ostdeutschland. Die Soll-Strukturen ergeben sich aus der Betriebsdatei der BA. Maßgeblich ist die Struktur (Verteilung der Betriebe) zum Zeitpunkt der Stichprobenziehung für die jeweilige Welle (also zum 30. Juni des jeweiligen Vorjahres). Durch eine solche Hochrechnung werden sowohl die Disproportionalitäten als auch die unterschiedlichen Ausschöpfungsraten entlang der Schichtungszellen in einem Schritt ausgeglichen.

    Die gewichtete Stichprobe des IAB-Betriebspanels ist betriebsproportional. Sie spiegelt also die Verteilung der Betriebe über die Zellen der Schichtungsmatrix wider. Ihre Struktur unterscheidet sich damit von zahlreichen anderen Betriebsbefragungen, bei denen die Überrepräsentation der Großbetriebe nicht korrigiert wird (und die damit beschäftigten- oder umsatzproportionale, nicht jedoch betriebsproportionale Ergebnisse liefern). Mit Hilfe der gewichteten Daten des IAB-Betriebspanels sind jedoch nicht nur betriebsproportionale, sondern auch beschäftigtenproportionale Auswertungen möglich. Im Rahmen der Querschnittsgewichtung wird außerdem darauf geachtet, dass die aus der gewichteten Stichprobe hochgerechneten Beschäftigtenzahlen (sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zum 30. Juni des Vorjahres) auf der Ebene der Bundesländer den Soll-Vorgaben aus der Beschäftigtenstatistik der BA entsprechen. Für beschäftigtenproportionale Auswertungen ist die gewichtete Zahl der Beschäftigten aus den Betrieben, auf die das betreffende Merkmal zutrifft, ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Beschäftigten zu setzen.

    Ergebnis der Gewichtung ist ein integrierter betriebs- und beschäftigtenproportionaler Gewichtungsfaktor. Eine betriebsproportionale Gewichtung spiegelt die Verteilung der Betriebe über die Zellen der Schichtungsmatrix wider. Damit sind repräsentative Aussagen darüber mög­lich, auf wie viel Prozent der Betriebe in Deutschland eine bestimmte Aussage (z. B. Betrieb hat einen Betriebsrat) zutrifft. Die beschäftigtenproportionale Gewichtung spiegelt die Verteilung der Beschäftigten über die Bundesländer wider. Damit sind repräsentative Aussagen darüber möglich, wie viel Prozent der Beschäftigten in Deutschland in Betrieben arbeiten, auf die eine bestimmte Aussage (z. B. Beschäftigte arbeiten in einem Betrieb mit einem Betriebsrat) zutrifft.

    Für Querschnittsauswertungen ist der Querschnittsgewichtungsfaktor (Variable „hrYYYYq“, wobei YYYY für das Jahr der jeweiligen Befragungswelle steht) zu nutzen. Querschnittsfälle sind in der Variablen „querYYYY“ gekennzeichnet.

    Anwendungsbeispiele

    Es gibt zwei Möglichkeiten gewichtete deskriptive Auswertungen zu erstellen. Zum einen kann mit dem im Datensatz vorgegebenen Gewichtungsfaktor „hrYYYYq“ der Anteil der Betriebe mit einer bestimmten Eigenschaft ausgezählt werden. Zum anderen muss, um Aussagen zu Beschäftigtenanteilen zu treffen, ein eigener Hochrechnungsfaktor berechnet werden. Im Folgenden sollen die beiden Gewichtungsmöglichkeiten anhand von Beispielen in Stata erläutert werden. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Datensatz auf Fälle ohne fehlende Werte in den relevanten Variablen begrenzt wurde.

    Gewichtung von betrieblichen Anteilen

    Beispiel: Wie hoch ist der Anteil der Betriebe, die tarifgebunden sind?

    Hierfür kann der im Datensatz vorhandene Hochrechnungsfaktor direkt verwendet werden.

              tab tarifbindung // Fallzahlen ungewichtet

              tab tarifbindung [iw= hrYYYYq]

    Gewichtung von Beschäftigtenanteilen

    Bespiel 1: Wie viele Beschäftigte arbeiten in Betrieben, die tarifgebunden sind?

    Hierfür muss ein eigener Gewichtungsfaktor berechnet werden, indem die Anzahl der Beschäftigten mit dem vorgegebenen Gewichtungsfaktor multipliziert wird.

              generate N = bf03ges24 // für Welle 2024

              generate besfrac=N* hrYYYYq

              tab tarifbindung // Fallzahlen ungewichtet

              tab tarifbindung [iw=besfrac]

    Dieser Gewichtungsfaktor ist geeignet für die Gewichtung von allen Anteilen, bei denen Aussagen über die gesamten Beschäftigten gemacht werden sollen.

    Beispiel 2: Wie hoch ist der Anteil der Beschäftigten, die in Betrieben mit Betriebsrat (workscouncil) arbeiten?

              generate N = bf03ges24 // für Welle 2024

              generate besfrac=N* hrYYYYq

              tab workscouncil // Fallzahlen ungewichtet

              tab workscouncil [iw=besfrac]

    Dieser Gewichtungsfaktor kann dann genauso wie der betriebsproportionale Gewichtungsfaktor eingesetzt werden.

    Beispiel 3: Wie hoch ist der Anteil der Frauen (frauant) an allen Beschäftigten (N) in West- und Ostdeutschland (west)?

              generate N = bf03ges24 // für Welle 2024

              generate N_women = bf06gesfr // für Welle 2024

              generate west = wo2024 // für Welle 2024

              generate frauant=N_women/N

              bysort west: sum frauant // Fallzahlen ungewichtet

              bysort west: sum frauant [iw=besfrac]

     

    Längsschnittauswertung

    Längsschnitt- bzw. Panelauswertungen ermöglichen es, betriebsindividuelle Entwicklungen über einen längeren Zeitraum nachzuvollziehen. Das IAB-Betriebspanel bietet aufgrund seiner großen Nettostichprobe sowie seiner langen Laufzeit vielfältige Möglichkeiten für solche Auswertungen.

    Im IAB-Betriebspanel sind folgende Längsschnitte definiert, die sich auf unterschiedlich lange Zeiträume beziehen:

    • Panelfälle 1993 – 2006 (nur für Westdeutschland)
    • Panelfälle 1996 – 2006
    • Panelfälle 2000 – 2012
    • Panelfälle 2003 – 2016
    • Panelfälle 2007 – 2017
    • Panelfälle 2009 – 2020
    • Panelfälle 2012 – 2024
    • Panelfälle 2016 – 2024
    • Panelfälle 2020 – 2024

    Mit diesen Typen von Panelfällen lassen sich Längsschnittauswertungen vornehmen. Die zu untersuchende Zeiträume müssen nicht identisch mit den für die Panelfall-Definition gewählten Zeiträumen sein, sie müssen aber innerhalb des jeweiligen Zeitraums liegen.

    Dazu einige Beispiele:

    • Mit den Panelfällen 1996–2006 sind z. B. auch Auswertungen für den Zeitraum 1998–2001 oder 1997–2000 möglich.
    • Will man einen Längsschnitt von 1995 bis 1998 analysieren, dann muss man auf die Panelfälle 1993–2006 zurückgreifen. Für Längsschnittanalysen von 1998 bis 2001 sollten dagegen – wegen höherer Fallzahlen – besser die Panelfälle 1996–2005 herangezogen werden.

    Die Panelfalldefinition umfasst grundsätzlich alle Betriebe, die im Vorjahr ein Panelfall waren – entweder mit einem Interview oder als erloschener Betrieb – und alle Betriebe, die zwischen dem Stichtag des Vorvorjahres und dem Stichtag des Vorjahres neugegründet wurden.

    Die Panelfälle, die aktuell noch weitergeführt werden, sind im Datensatz des Jahres 2024 wie folgt identifizierbar:

    • Panelfälle 2012–2024: pan12_24 == 1
    • Panelfälle 2016–2024: pan16_24 == 1
    • Panelfälle 2020–2024: pan20_24 == 1

    Seit der Welle 2023 werden keine Panel-Gewichtungsfaktoren mehr bereitgestellt. Die Panel-Gewichte bis einschließlich der Welle 2022 stehen weiterhin in den Daten bis einschließlich der Welle 2022 zur Verfügung (für Informationen zu den Panel-Gewichtungsfaktoren siehe Bächmann et al. 2023). Alternativ zu der Verwendung von Gewichten kann in Regressionsmodellen auch flexibel für die Stratifizierungsmerkmale kontrolliert werden (siehe Bossler et al. 2018).

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    Literatur

    Bächmann, A.-C.; Bellmann, L.; Gensicke, M., Kohaut, S.; Möller, I.; Schwengler, B.; Tschersich, N.; Umkehrer, M. (2023): IAB-Betriebspanel (IAB-BP) 1993-2022. FDZ-Datenreport, 16/2023 (de), Nürnberg.

    Bossler, M., Geis, G., Stegmaier, J. (2018): Comparing Survey data with an official administrative population: assessing sample-selectivity in the IAB-Establishment Panel. Qual Quant 52, pp. 899-920.

  • 6. Verwendungshinweise und Datennutzung

    Hilfe zum Aufbau eines Panel-Datensatzes

    Das FDZ bietet ein Stata do-file an, welches alle Wellen von 1993 bis zur jeweils aktuellsten Welle in einem Paneldatensatz zusammenführt. Das zugrunde liegende Verfahren wird im FDZ-Methodenreport 12/2017 beschrieben (vgl. Umkehrer 2017).

    Das do-file bereitet die einzelnen Querschnitte des IAB-Betriebspanels als Panel-Datensatz auf. Es wird ein Datensatz erstellt, der für jeden gewählten Themenblock (Modul) ein konsistent aufbereitetes Merkmalsspektrum umfasst. Mit "konsistent" ist hier die Zusammenfassung der einzelnen Querschnittsvariablen zu einer Variable mit einheitlicher Kodierung gemeint. Die Bedeutung der Inhalte der einzelnen Querschnittsvariablen kann nach wie vor über die Zeit variieren, z. B. aufgrund von Änderungen der befragten Gruppe, der Fragestellung und/oder der ursprünglichen Kodierung der Variablen.

    Die Variablennamen haben folgende Bedeutung:

    • _b: zeigt an, dass es sich um eine binäre Variable handelt (i. d. R. ja/nein)
    • _d: zeigt an, dass es sich um eine diskrete Variable handelt
    • _c: zeigt an, dass es sich um eine stetige Variable handelt

    Sensible Merkmale und Zuspielvariablen

    Bestimmte, sogenannte sensible Merkmale, die eine De-Anonymisierung von Personen oder Betrieben erleichtern könnten, werden nur dann im Original weitergegeben, wenn es für das Analyseziel notwendig ist und dies im Antrag auf einen Datenzugang explizit und separat für jedes sensible Merkmal begründet wird. Es ist zudem zu beachten, dass die sensiblen Merkmale in der Regel bereits in vergröberter Form in den Daten enthalten sind. Die sensiblen Merkmale werden nur dann weitergegeben, wenn die Information im vergröberten Zustand zur Erreichung des Forschungsziels nicht ausreichend ist. Diese aus datenschutzrechtlicher Sicht besonders sensiblen Merkmale sind:

    Sensible Merkmale beim IAB-Betriebspanel

    • Kreiskennziffer (kkz)
    • Wirtschaftszweigklassifikation 1993 (wz93) (3- oder 5-Steller)
    • Wirtschaftszweigklassifikation 2003 (wz03) (5-Steller)
    • Wirtschaftszweigklassifikation 2008 (wz08) (5-Steller)
    • Gemeindetyp (bik) (https://bik-gmbh.de/wp-content/uploads/Karte_BIK-Gemeindegroessenklassen_10_BRD.pdf)

    Sensible Merkmale im Betriebs-Historik-Panel (BHP)

    Zusätzlich kann folgendes sensible Merkmal aus dem Betriebs-Historik-Panel (BHP) beantragt werden:

    • Zeitkonsistente Klassifikation der Wirtschaftszweige (3-Steller) (w08_3_gen group_w08_3)

    BHP-Zuspielmerkmale

    Für das IAB-Betriebspanel stehen weitere Variablen aus dem BHP zur Verfügung; siehe https://fdz.iab.de/betriebsdaten/betriebs-historik-panel-bhp-version-7524-v1/. Beim BHP handelt es sich um administrative Betriebsdaten, die den Befragungsdaten des IAB-Betriebspanels auf Ebene des Betriebes (Variable „idnum“) und dem Jahr zugespielt werden können.

    Dabei gilt zu beachten, dass nicht für jeden Betrieb in jedem Jahr eine Information aus dem BHP verfügbar ist. Dies liegt einerseits daran, dass BHP-Zuspielmerkmale nur dann zur Verfügung gestellt werden können, wenn eine Zustimmung zur Verknüpfung von Befragungsdaten mit administrativen Daten vorliegt.1 Andererseits können sich Betriebsnummern, die ursprünglich einmal für die Befragung gezogen wurden, über die Zeit ändern, sodass sie in den administrativen Daten nicht mehr gefunden werden können, u. a. weil es bei Wiederholungsbefragungen keinen Betriebsnummernabgleich gibt. Schließlich ist zu beachten, dass die Angaben aus den administrativen Daten grundsätzlich von den Daten aus der Befragung zum IAB-Betriebspanel abweichen können.

    Ab der Version IAB-BP 9323 wird standardmäßig eine sogenannte Basis-Betriebsdatei bereitgestellt, die grundlegende Informationen aus dem BHP enthält:

    Basismerkmale

    • Betriebsidentifikator (idnum)
    • Jahr (jahr)
    • Jahr erstes Auftreten Betriebsnummer (grd_jahr)
    • Jahr letztes Auftreten Betriebsnummer (lzt_jahr)
    • Anzahl Beschäftigte gesamt (az_ges)
    • Anzahl in Vollzeit (Normalbeschäftigte + sonstige) (az_vz)
    • Anzahl geringfügig Beschäftigter (az_gf)
    • Mittelwert imp. Bruttotagesentgelt Vollzeitbeschäftigte (te_imp_mw)

    Auf begründeten Antrag hin können aus dem BHP weitere Betriebsmerkmale in Variablenblöcken bereitgestellt werden. Zudem können die Erweiterungsmodule „Beschäftigungsströme“ (Eintritte/Austritte) und „Betriebsdynamik“ (Gründungen/Schließungen) mit gesonderter Begründung beantragt werden. Die Begründung der Notwendigkeit für das Erreichen des Forschungsziels hat dabei separat für jeden Variablenblock bzw. jedes Erweiterungsmodul zu erfolgen. Die Variablenblöcke bzw. Erweiterungsmodule sind:

    BHP-Variablenblöcke in „Jahresscheiben“

    • Struktur der Beschäftigten allgemein (az_f az_reg az_azubi az_atz az_tz az_f_vz az_f_tz az_reg_vz)
    • Struktur der Beschäftigten nach Schul- und Berufsbildung (az_gq az_mq az_hq az_gq_vz az_mq_vz az_hq_vz)
    • Altersstruktur der Beschäftigten (az_15_19 az_15_19_vz az_20_24 az_20_24_vz az_25_29 az_25_29_vz az_30_34 az_30_34_vz az_35_39 az_35_39_vz az_40_44 az_40_44_vz az_45_49 az_45_49_vz az_50_54 az_50_54_vz az_55_59 az_55_59_vz az_60_64 az_60_64_vz az_ab65 az_ab65_vz alter_mw alter_mw_vz)
    • Aktivitäten Forschung und Entwicklung (az_ingnat)
    • Anzahl atypisch Beschäftigter (az_leih az_bfr)
    • Struktur der Beschäftigten nach Staatsangehörigkeit (az_d az_d_vz az_eu)
    • Struktur der Beschäftigten nach Blossfeld Berufsqualifikation (az_bf_agr az_bf_emb az_bf_edi az_bf_evb az_bf_qmb az_bf_qdi az_bf_qvb az_bf_tec az_bf_semi az_bf_ing az_bf_prof az_bf_man)
    • Struktur der Beschäftigten nach Tätigkeitsniveau (az_niv1 az_niv2 az_niv3 az_niv4)
    • Gehaltsstruktur der Vollzeitbeschäftigten (az_zens te_imp_med te_imp_p25 te_imp_p75 te_imp_mw_f te_imp_med_f te_imp_med_m te_imp_mw_gq te_imp_med_gq te_imp_mw_mq te_imp_med_mq te_imp_mw_hq te_imp_med_hq te_imp_med_uq te_imp_mw_d te_imp_med_d te_imp_med_a te_imp_sum)

    BHP-Erweiterungsmodule

    • Beschäftigtenströme (ein_ges ein_f ein_reg ein_gf ein_azubi ein_vz ein_tz ein_f_vz ein_f_tz ein_reg_vz ein_wdr ein_wdr_f ein_bw ein_bw_f ein_bf_agr ein_bf_emb ein_bf_edi ein_bf_evb ein_bf_qmb ein_bf_qdi ein_bf_qvb ein_bf_tec ein_bf_semi ein_bf_ing ein_bf_prof ein_bf_man ein_15_19 ein_20_24 ein_25_29 ein_30_34 ein_35_39 ein_40_44 ein_45_49 ein_50_54 ein_55_59 ein_60_64 ein_ab65 aus_ges aus_f aus_reg aus_gf aus_azubi aus_vz aus_tz aus_f_vz aus_f_tz aus_reg_vz aus_temp aus_temp_f aus_bw aus_bw_f aus_bf_agr aus_bf_emb aus_bf_edi aus_bf_evb aus_bf_qmb aus_bf_qdi aus_bf_qvb aus_bf_tec aus_bf_semi aus_bf_ing aus_bf_prof aus_bf_man aus_15_19 aus_20_24 aus_25_29 aus_30_34 aus_35_39 aus_40_44 aus_45_49 aus_50_54 aus_55_59 aus_60_64 aus_ab65 aus_senio_1 aus_senio_2 aus_senio_3)
    • Betriebsdynamik (eintritt besch inflow besch_vor status_vor austritt besch outflow besch_nach status_nach)

    Nähere Informationen zum BHP finden sich im FDZ-Datenreport 13/2025 (Ganzer et al., 2025).

    Dateinamen

    Die Merkmale aus dem BHP sind in separaten Dateien abgelegt und können über die Variablen „idnum“ und ggf. „jahr“ an die Befragungsdaten gespielt werden. Die Dateien für die Version IAB-BP 9324 v1 sind wie folgt benannt:

    • Basis-Betriebsdatei: IABBP_9324_v1_bhp_basis_v1.dta
    • Thematische Variablenblöcke in Jahresscheiben (YYYY=1992…2024): IABBP_9324_v1_bhp_v1_YYYY.dta
    • Erweiterungsmodul Beschäftigtenströme: IABBP_9324_v1_bhp_inflow_v1.dta; IABBP_9324_v1_bhp_outflow_v1.dta
    • Erweiterungsmodul Betriebsdynamik: IABBP_9324_v1_bhp_entry_v1.dta; IABBP_9324_v1_bhp_exit_v1.dta
    • Sensibles Merkmal Konsistente Wirtschaftszweige: IABBP_9324_v1_wgen_w08_v1.dta

    AKM-Effekte

    Für das IAB-Betriebspanel stehen betriebsspezifische Effekte (AKM-Effekte) für die Jahre 1985 bis 2023 zur Verfügung. Weitere Informationen finden sich im FDZ-Methodenreport 03/2025 (Lochner & Wolter, 2025). Diese können als Ergänzung zum Projekt formlos per E-Mail an iab.fdz@iab.de beantragt werden.2

    Datenzugang

    Das IAB-Betriebspanel kann im Rahmen von Gastaufenthalten am Forschungsdatenzentrum der BA im IAB (FDZ) und anschließender Datenfernverarbeitung ausgewertet werden. Für die Datennutzung ist ein Antrag beim FDZ einzureichen. Details zur Beantragung des Datenzugangs können der FDZ-Website (https://fdz.iab.de/) entnommen werden.

    Zudem steht das IAB-Betriebspanel auch verknüpft mit Personendaten des IAB als Linked-Employer-Employee-Datensatz des IAB (LIAB; siehe https://fdz.iab.de/unsere-datenprodukte/integrierte-betriebs-und-personendaten/liab/) oder als Teil des Linked Personnel Panel (LPP; siehe https://fdz.iab.de/unsere-datenprodukte/integrierte-betriebs-und-personendaten/lpp/) zur Verfügung.

    ___________________________________________________________________________

    1 Der Anteil der Betriebe, für die eine Zustimmung zur Verknüpfung mit den administrativen Daten vorliegt, liegt bis zum Jahr 2009 bei über 98 Prozent, fällt dann aber auf 94 Prozent im Jahr 2024. Im Jahr 2020 ist der Anteil mit 90 Prozent am geringsten. Dieser Rückgang ist auf eine Änderung der Erhebung der Zuspielbereitschaft ab dem Jahr 2020 zurückzuführen, die in erster Linie Betriebe, die ab dem Jahr 2020 an der Befragung teilgenommen haben, betrifft.

    2 Die entsprechenden Datei- und Variablennamen lauten: IABBP_9324_v1_akm_estab.dta (feff_1985_1992 feff_1993_2000 feff_2001_2008 feff_2009_2016 feff_2017_2023).

     

    Literatur

    Ganzer, Andreas; Schmucker, Alexandra; Wolter, Stefanie (2025): Betriebs-Historik-Panel 1975–2024. FDZ-Datenreport, 13/2025 (de), Nürnberg. DOI: 10.5164/IAB.FDZD.2513.de.v1

    Lochner, Benjamin; Wolter, Stefanie (2025): AKM effects for German labour market data 1985-2023. FDZ-Methodenreport 03/2025 (en), Nuremberg. DOI: 10.5164/IAB.FDZM.2503.en.v1

    Umkehrer, Matthias (2017): Zusammenführen der Wellen des IAB-Betriebspanels. Ein Do-File für die grundlegende Aufbereitung eines Paneldatensatzes in Stata. FDZ-Methodenreport 23/2017.

  • 7. Anhang

    Verfahren der Querschnittsgewichtung

    Ziel der auf einer Zufallsstichprobe aufbauenden, also design-basierten Inferenz, ist es, für ein interessierendes Zielmerkmal y bestimmte Parameter der Grundgesamtheit zu schätzen (vgl. Deville et al. 1993). Wichtige Parameter sind die Summe oder der Durchschnitt dieses Zielmerkmals in der Grundgesamtheit. Wird zur Schätzung solcher Parameter aus der Grundgesamtheit U (= 1, …, k, …, N) per Zufallsmechanismus eine Stichprobe s (= 1, …, k, …, n) mit auf Basis des Stichprobendesigns strikt positiven Auswahlwahrscheinlichkeiten für jedes Element

    gezogen, dann ergibt sich das Design-Gewicht dk eines Stichprobenelements k als die Inverse seiner Auswahlwahrscheinlichkeit , also

    .

    Die zweite Anforderung der strikt positiven Auswahlwahrscheinlichkeit ist erforderlich, um die Varianz der Schätzer ermitteln zu können (vgl. Cassel et al. 1977). Der Horvitz-Thompson-Schätzer stellt dann die design-gewichtete Schätzung des Parameters dar, also z. B. für die Summe y^ eines Merkmals y der Wert

    .

    Um neben design-bedingten unterschiedlichen Auswahlwahrscheinlichkeiten auch das Ausfallgeschehen zu berücksichtigen und um die Varianz der Schätzer zu verringern, erfolgt beim IAB-Betriebspanel unter Hinzuziehung bestimmter Hilfsmerkmale eine weitere Anpassung der Gewichtungsfaktoren anhand generalisierter Regressionsmodelle, kurz GREG. Ausgehend von einem Horvitz-Thompson-Schätzer besteht das Ziel bei einer Kalibrierung per GREG darin, die Design-Gewichte vor dem Hintergrund zusätzlich zur Verfügung stehender Informationen über die Summe (oder den Durchschnitt) von Hilfsmerkmalen x so anzupassen und in neue Gewichtungsfaktoren wk zu überführen, dass die Stichprobe nach der Gewichtung die Summe (oder den Durchschnitt) dieser Hilfsmerkmale x abbildet, d. h. also

    .

    Gleichzeitig sollten die ursprünglichen Design-Gewichte dk aber möglichst wenig verändert werden: “Our objective is to derive new weights that modify as little as possible the original sampling weights

    ,

    which have the desirable property of yielding unbiased estimates” (Deville & Särndal 1992: 376).

    Die Gewichte wk sind die Lösung eines Minimierungsproblems unter Nebenbedingungen: Bezeichnet G (wk/dk) eine Funktion, die die Distanz zwischen dk und wk abbildet, dann besteht das Optimierungsproblem darin, die im Folgenden dargestellte Funktion hinsichtlich wk zu minimieren, wobei  den Vektor der Langrange-Multiplikatoren darstellt.

    Optimierungsproblem im Rahmen einer Generalisierten Regression1

      

    mit:

    wk = finaler Gewichtungsfaktor

    xk = Hilfsmerkmale der Elemente der Stichprobe/Grundgesamtheit

    dk = Design-Gewicht

    S  = Stichprobe

    U  = Grundgesamtheit

    G  = Distanzfunktion

      = Langrange Multiplikator

    Deville et al. (1993) beschreiben mehrere Distanzfunktionen. Die von Deville et al. (1993: 1014) als lineare Methode bezeichnete Variante2 führt in der Anwendung auf die Betriebspanelstichprobe zu den besten Anpassungen mit leicht größeren Faktorenspannbreiten im Vergleich zu der von ihnen als Logit-Methode bezeichneten Vorgehensweise. Aufgrund der besseren Anpassungen wurde deshalb die lineare Methode gewählt. Verwendet man dieses Verfahren, dann ergibt sich für die Schätzung der Summe eines Merkmals der „generalized regression estimator“ (GREG, vgl. Deville, Särndal 1993: 1014):

    Schätzer der Summe des Merkmals y auf Basis der generalisierten Regression (GREG)


    Dabei bezeichnen die mit dem Subskript  bezeichneten Schätzer y und x die Horvitz-Thompson-Schätzer der Summen des Merkmals y und des x-Vektors der Hilfsmerkmale, x^ den Vektor der für die Grundgesamtheit bekannten Summen der x-Merkmale und Bs^ den Vektor der auf Basis der Stichprobe geschätzten Regressionsparameter von y auf die x-Merkmale.

    Die GREG-Gewichte lassen sich auf stetige Variablen bzw. auf deren Summen direkt anpassen. Das bedeutet für die Gewichtung der Querschnittsstichprobe, dass simultan die Stichprobe an die Verteilung der Betriebe und an die Verteilung der Beschäftigten angepasst werden kann.

    Im Rahmen der Gewichtung wird geprüft, ob die Faktoren in einzelnen Zellen zu hoch oder zu niedrig werden oder die Zellenbesetzung gleich Null ist. In diesen Fällen werden Zusammenfassungen mit einer geeigneten Nachbarzelle vorgenommen.
    ___________________________________________________________________________

    1 Hier und in den folgenden Gleichungen bezeichnen Buchstaben in Fettschrift Vektoren, in Normalschrift Skalare.

    2 Hierbei ist allerdings die Distanzfunktion G selbst nicht linear, sondern quadratisch. Relevant für die Bezeichnung als lineare Methode ist, dass F, die Inverse der ersten Ableitung von G, linear ist.

     

    Literatur

    Cassel, Clare; Särndal, Carl-Erik; Wretman, Jan Hakan (1977): Foundations of Inference in Survey Sampling. New York.

    Deville, Jean-Claude; Särndal, Carl-Erik (1992): Calibration Estimators in Survey Sampling. Journal of the American Statistical Association, Vol. 87, No. 418, pp.376 – 382.

    Deville, Jean-Claude, Särndal, Carl-Erik, Sautory, Olivier (1993): Generalized Raking Procedures in Survey Sampling. Journal of the American Statistical Association, Vol. 88, No. 423, pp. 1013 – 1020.

  • 8. Danksagung und Keywords

    Danksagung

    Für ihre Mitarbeit und Unterstützung danken wir den Kolleginnen und Kollegen des Forschungsdatenzentrums (FDZ), des Bereichs Betriebe und Beschäftigung (BB) sowie des Erhebungsinstituts Verian (ehemals Kantar Public).

    Keywords

    Establishment survey, labour market data, data manual, panel data